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Deutsche Bahn

Allianz pro Schiene fordert stärkeres Zusammenwachsen im europäischen Zugverkehr

| von Michael Sprick

Die Allianz pro Schiene fordert stärkeres Zusammenwachsen im europäischen Zugverkehr sowie eine Vereinfachung für Zugreisen ins Ausland.


Allianz pro Schiene fordert stärkeres Zusammenwachsen im europäischen Zugverkehr
Bahnhof in Porto. Bildnachweis: Unsplash / Claudio Schwarz

Der gemeinnützige Verkehrsverbund „Allianz Pro Schiene“ zieht nach dem europäischen Jahr der Schiene 2021 eine durchwachsene Bilanz. Zwar würden die Länder der EU beim Ausbau von Schnellverbindungen und Nachtzügen vorankommen, auch stiegen die Investitionen in die Schienennetze.

Doch angesichts weiterbestehender großer Hindernisse bei grenzüberschreitenden Zugfahrten sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr würde ein Jahr nicht ausreichen. Vielmehr wäre ein Jahrzehnt der Schiene nötig, um in Zukunft einfach und verlässlich auf die klimafreundliche Schiene setzen zu können.

Zusammenarbeit nationaler Eisenbahnverkehrsunternehmen wächst

Den hohen Stellenwert des europäischen Bahnverkehrs hinsichtlich Aufmerksamkeit und Unterstützung in Öffentlichkeit und Politik bewertete das Verkehrsbündnis positiv. Im Personenverkehr haben zahlreiche nationale Verkehrsunternehmen ihre Zusammenarbeit verstärkt. Besonders bei Nachtzügen gibt es viele Kooperation zwischen den staatlichen oder hab-staatlichen Unternehmen. Doch auch private Unternehmen haben ihr grenzüberschreitendes Angebot erweitert. Insbesondere auch im Güterverkehr spielen internationale Verbindungen eine immer größere Rolle.

Ein ambitionierter Aktionsplan der EU-Kommission sieht neben der Verdreifachung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs bis 2050 auch die komplette CO₂-Neutralität auf Strecken bis zu 500 Kilometern vor, um so noch in diesem Jahrzehnt viele Flugreisen zu ersetzen.

Schiene bei Investitionen zunehmend bevorzugt

Zwar wachse neben zunehmender Priorisierung der Schiene bei Verkehrsinvestitionen die politische Unterstützung großer EU-Länder wie Deutschland. Finanziell stehe die Unterstützung der EU und ihrer Mitgliedsstaaten bei der Umstellung auf Schlüsselprojekte der Digitalisierung und damit steigender Wettbewerbsfähigkeit des Güterverkehrs etwa aber noch aus.

Forderungen nach einfacherer Ticketbuchung und Green-Deal für Zugverkehr

Auch die Buchung von durchgehenden, internationalen Zugtickets müsse wie bei Flugtickets für den Verbraucher deutlich einfacher werden. Der gültige Forderungskatalog des Verkehrsverbundes sieht dazu neben dem Ausbau des internationalen Schienennetzes, der gerechteren Gestaltung des Wettbewerbs der Verkehrsträger sogar einen Green Deal der EU-Kommission zur Stärkung des Eisenbahnverkehrs vor. Von zahlreichen infrastrukturellen Verbesserungen bis hin zu steuerlicher Fairness im Mobilitätsmarkt soll so die Renaissance des europäischen Bahnverkehrs gelingen.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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