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Amsterdam: Airbnb-Anbieter um 80% reduziert – dank Registrierungspflicht

| von Michael Sprick

In Amsterdam hat sich die Zahl der angebotenen Unterkünfte in Folge der Pandemie und der Einführung einer Registrierungspflicht stark reduziert.


Amsterdam: Airbnb Anbieter um 80% reduziert dank Registrierungspflicht
Sloterpas, Amsterdam. Bildnachweis: Unsplash / Red Morley Hewitt

In Amsterdam hat sich die Zahl der von der Plattform Airbnb angebotenen Ferienwohnungen um 82,4 % gesenkt, wie der Spiegel berichtet. Grund dafür ist neben der Pandemie die Anfang des Monats in Kraft getretene Registrierungspflicht.

Angebot von Airbnb in Amsterdam hat sich stark reduziert

Von den 16.648 Angeboten, die Airbnb am 28. März in Amsterdam anbot, gibt es jetzt 2.924, also weniger als ein Fünftel. Das geht aus einer Studie hervor, die die Stadtverwaltung in Auftrag gegeben hat. Ein Teil des Rückgangs ist auf inaktive Inserate zurückzuführen, die die Plattform selbst gelöscht hat.

„Airbnb hat sich mit Stand vom 1. Oktober um mehr als 13.000 Angebote reduziert“, erklärte der Stadtrat für Wohnungswesen, Jakob Wedemeijer.

Die Zahlen von Airbnb entsprechen dabei der allgemeinen Entwicklung. Die Zahl der kurzfristig buchbaren Unterkünfte in der Stadt insgesamt (Airbnb eingeschlossen) sank von 18.715 auf 4.128.

Angebot von Booking.com ist gewachsen

Die einzige Plattform, die einen Anstieg des Angebots zu verzeichnen hat, ist Booking.com. Das Angebot der niederländischen Plattform ist dabei von 203 auf 252 Angebote gestiegen. „Es gibt immer noch keine Erklärung dafür“, erklärte der Stadtrat für Wohnungswesen ein. Er wies darauf hin, dass die Stadtverwaltung die Einhaltung des Registers, der jüngsten Maßnahme der Stadt zur Kontrolle des Marktes, sicherstellen wird.

Zuvor war die Anzahl der Tage, an denen Eigentümer ihre Häuser anbieten können, auf 30 begrenzt. Es gab sogar einen Versuch, Ferienwohnungen in drei Bereichen des historischen Zentrums zu verbieten, der jedoch im März von einem örtlichen Gericht verworfen wurde.

Ausblick nach Lockerungen

Jakob Wedemeijer warnte, dass das Angebot in den kommenden Monaten aufgrund der Erholung des Tourismus wahrscheinlich wieder zunehmen wird, dass aber von nun an Ferienhäuser „nicht mehr anonym angeboten werden können“.

Andere niederländische Städte wie Den Haag, Rotterdam und Utrecht sind dem Beispiel Amsterdams gefolgt und haben ebenfalls eine Registrierungspflicht eingeführt.

Amsterdams Kampf gegen „Overtourism“

Die Registrierungspflicht für Mietangebote ist ein Teil der Maßnahme gegen den Overtourism in der Stadt. Viele Bewohner Amsterdams haben seit Jahren das Gefühl aus ihrer Stadt gedrängt zu werden. Daher versucht die Stadtregierung, mit unterschiedlichen Lösungen dem Problem zu begegnen. Eine viel diskutierte Lösung besteht darin, Coffee-Shops für ausländische Touristen zu verbieten. Es ist Teil einer breiteren Kampagne, die versucht, Sauf- und Party-Touristen zugunsten anderer Touristen-Gruppen zu verdrängen.

Angebote wie Airbnb werden dabei als Teil einer Entwicklung wahrgenommen, die Touristen vermehrt in die Stadt lockt und damit Einwohner aus der Stadt drängt. Eine weitere Maßnahme ist dabei auch, dass Amsterdam die touristische Übernachtungen auf 20 Millionen pro Jahr begrenzt hat.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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