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Amsterdam will gegen unerwünschte Sauf- und Party-Touristen vorgehen

| von Michael Sprick

Mit deutlichen Worten und einer Tourismus-Kamapgne drückt die Regierung von Amsterdam aus, dass Party- und Sauf-Touristen nach Corona nicht mehr willkommen sind.


Amsterdam will gegen ungewünschte Sauf und Party Touristen vorgehen

Die holländische Hauptstadt bereitet sich auf die Rückkehr von Touristen vor und hat eine klare Botschaft, wie das Nieuwsblad meldet. Wer vor hat, zu saufen, Drogen zu konsumieren, und sich daneben zu benehmen, solle zu Hause bleiben.

Amsterdam stand vor Corona für exzessiven Party-Tourismus

Dank der liberalen Politik der Stadt, die im lockeren Umgang mit Cannabis, der legalen Prostitution und eines lebendigen Nachtlebens bekannt ist, hat die niederländische Hauptstadt seit langem einen Ruf für exzessive Wochenenden. Das nahm schon 2019 dermaßen überhand, dass der Druck für Veränderungen explosiv geworden war.

Einwohner beschwerten sich, dass die „Disneyfizierung“ ihre Stadt unbewohnbar gemacht hatte. Danach folgte die Pandemie mit Sperrungen und Lockdowns, die nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische von den Straßen vertrieb.

Tourismus ist für die Wirtschaft der Stadt wichtig

Das mag für so manchen Einwohner von Amsterdam der bevorzugte Zustand gewesen sein. Aber die wirtschaftliche Realität ist, dass Amsterdam den Tourismus braucht. Der wirtschaftliche Gesamtwert des Tourismussektors der Stadt belief sich 2019 auf 18,6 Milliarden Euro. Das entspricht 10 Prozent der Beschäftigung (einschließlich mehr als 70.000 direkter Arbeitsplätze). Im selben Jahr brachte die Tourismussteuer 133,6 Millionen Euro für die Stadt Amsterdam ein.

Kampagne soll Ankunft gewünschter Touristen fördern

Aus diesem Grund hat die Förderorganisation amsterdam&partners nun eine Tourismuskampagne gestartet, die bestimmte Zielgruppen ansprechen soll, um die Ankunft gewünschter Touristen zu fördern.

Die Stadt stellte ebenfalls eine Erklärung online. „Wir wollen nicht zu den Belästigungen und massiven Menschenansammlungen zurückkehren, die wir vor der Pandemie im Rotlichtviertel und in den Vergnügungsvierteln gesehen haben. Wir möchten, dass die Besucher die Bewohner und das Erbe mit Respekt behandeln.“

Der Fraktionsvorsitzende der D66 in Amsterdam, einer linksliberalen Partei in den Niederlanden, Rob Hofland brachte seine Unterstützung für die Initiative folgendermaßen zum Ausdruck:

„“Wenn Sie die schönste Stadt der Welt sehen wollen, kommen Sie nach Amsterdam. Wenn Sie die Absicht haben, zu trinken und sich daneben zu benehmen, und dabei wie ein Penis gekleidet sind, suchen Sie woanders!“

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Die breite Unterstützung für die Initiative gegen die Party-Touristen lässt vermuten, dass bald auch Taten folgen werden. Eine Initiative, die genau in diese Richtung geht, ist das Coffeeshop-Verbot für Touristen in Amsterdam. Bereits seit Ende vergangenen Jahres sorgt das Verbot für Kontroverse in der Stadt.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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