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Amsterdam begrenzt Tourismus auf maximal 20 Millionen Übernachtungen pro Jahr

| von Michael Sprick

Der Amsterdamer Stadtrat hat eine Verordnung verabschiedet, die den Tourismus in der niederländischen Hauptstadt auf 20 Millionen Touristenübernachtungen pro Jahr begrenzt.


Amsterdamer Stadtrat legt begrenzt Tourismus auf maximal 20 Millionen pro Jahr

Diesen Monat hat der Amsterdamer Stadtrat eine neue Richtlinie zur Regulierung des Tourismus in der niederländischen Hauptstadt verabschiedet. Nach dem neuen „Tourism in Balance“-Plan darf es maximal 20 Millionen Übernachtungen pro Jahr in Amsterdam geben, wie die NL Times berichtet.

Geschäfte und Wohnungsmarkt fokussieren sich auf Touristen

Die Politik wurde als Ergebnis einer Bürgerinitiative im letzten Jahr verabschiedet. Im Zuge der Coronavirus-Pandemie forderte diese die Stadtverwaltung dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen und die Anzahl der Touristen zu begrenzen.

Einheimische äußerten ihren Unmut über die schiere Anzahl von Touristen, die Amsterdam jedes Jahr besuchten. Dies führte zu überfüllten Straßen und immer mehr Hotels. Der Wohnungsmarkt (Airbnbs) und die Geschäfte stellten sich infolgedessen auf immer mehr Touristen anstatt auf die Amsterdamer Bevölkerung ein.

Kampagne „Tourism in Balance“ – soll Touristen auf 20 Millionen begrenzen

Die Initiative erhielt eine überwältigende Unterstützung und sammelte in nur zwei Wochen über 30.000 Unterschriften. Amsterdam hat die neue Richtlinie „Tourismus in Balance“ verabschiedet, um den Ansturm der Touristen in Zukunft zu reduzieren und die Stadt für die Einheimischen „zurückzugewinnen“.

Der Stadtrat will nun ein Maximum von 20 Millionen Übernachtungen pro Jahr durchsetzen. Ursprünglich hatte die Initiative jedoch eine Begrenzung von 14 Millionen Touristen gefordert. Wie genau der Stadtrat das stadtweite Limit jedoch durchsetzen will, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Es ist jedoch denkbar, dass ein spontanes Beherbergungsverbot im Fall der Überschreitung des Limits ausgesprochen werden kann. Eine andere denkbare Alternative wären Belegungsgrenzen für die Hotels, damit sich der Zustrom von Touristen gleichmäßig über das Jahr regulieren kann.

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Die Stadtverwaltung hat bereits eine Reihe von Schritten unternommen, um zu versuchen, den Tourismus in der Hauptstadt zu kontrollieren. So hat die Stadt Initiativen in die Wege geleitet, um gegen den exzessiven Party-Tourismus vorzugehen. Auch ein Coffee-Shop-Verbot für Touristen aus dem Ausland beschäftigt die Stadt schon seit letztem Jahr.

Im Jahr 2019 gab es allein in Amsterdam 21 Millionen Touristenübernachtungen. Die anhaltende Coronavirus-Pandemie bedeutet, dass die Stadt in diesem Jahr wahrscheinlich weniger als 10 Millionen Übernachtungen sehen wird.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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