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Australien bleibt bis 2022 für internationale Touristen geschlossen

| von Michael Sprick

Ausländische Touristen werden frühestens im nächsten Jahr wieder in Australien willkommen geheißen, sagte der Premierminister am Dienstag, als er Pläne zur Aufhebung einiger der strengsten und längsten COVID-19-Reisebeschränkungen vorstellte, die je von einer Demokratie verhängt wurden.


Australien bleibt bis 2022 für internationale Touristen geschlossen
Uluru. Bildnachweis: Unsplash / Ondrej Machart

Internationale Touristen werden erst im nächsten Jahr wieder nach Australien reisen können, wie AP berichtet. Das Land will der Rückkehr von qualifizierten Migranten und Studenten höhere Priorität einräumen, erklärte der Premierminister des Landes.

Australien öffnet Grenzen zunächst für eigene Bevölkerung

In der vergangenen Woche stellte Premierminister Scott Morrison Pläne vor, Australiern ab November wieder Flüge nach Übersee zu gestatten. Es wäre die erste Grenzöffnung dieser Art seit März 2020. Die Regelung gilt jedoch nur einseitig für geimpfte Staatsbürgern und Personen mit ständigem Wohnsitz in Australien.

Am Dienstag erklärte Morrison jedoch, dass nach den Australiern zunächst qualifizierte Einwanderer und internationale Studenten und erst dann die Touristen nach Australien einreisen würden.

Ausländische Fachkräfte und Studenten sollen als Nächstes einwandern dürfen

Die australische Einwanderung ist wegen den Pandemiebeschränkungen auf dem niedrigsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Dabei hat die Corona-Krise auch wirtschaftliche betrachtet ihre Spuren hinterlassen. Doch schon vor der Pandemie fehlte es in vielen Sektoren an Fachkräften. Die Krise hat diesen Mangel weiter stark verschärft, weshalb die Einwanderung von Fachkräften nun Priorität hat.

Der Premierminister erklärte: „Die nächsten Prioritäten sind qualifizierte Migranten, die für das Land sehr wichtig sind und die doppelt geimpft sind, sowie Studenten, die nach Australien kommen und für ihr Studium zurückkehren.“

Die Pandemie hat auch katastrophale Auswirkungen auf die australischen Universitäten. Diese sind in hohem Maße von den Studiengebühren internationaler Studenten abhängig. Der Bildungssektor befürchtet, dass sich die Studenten in anderen Ländern einschreiben werden, wenn Australien seine Grenzen nicht bald für sie öffnet.

Australien steht kurz vor dem Ziel der 80%-Impfquote

Australien bemüht sich, seine Bevölkerung zu impfen, da sich der Ausbruch der ansteckenden Delta-Variante, der im Juni in Sydney begann, weiter ausbreitet. Premierminister Scott Morrison sagte, Australien werde voraussichtlich nächste Woche die Zielvorgabe erreichen, dass 80 % der Bevölkerung ab 16 Jahren eine zweite Dosis haben.

Zuvor hatte Australien die Öffnung an die Bedingung geknüpft eine Impfquote von 80% bis Dezember zu erreichen. Zurzeit sind 66,8 % der Australier einmal geimpft, während 46,9 % schon vollständig geimpft sind. Die Werte liegen in Deutschland zum Vergleich bei 68,3 % bzw. 64,8 %.

Paradoxerweise kündigt die australische Regierung die Öffnung zu einem Zeitpunkt an, an dem die 7-Tage-Inzidenz höher als je zuvor in Australien ist. Sie liegt derzeit nämlich bei 62,3, wie corona-in-zahlen.de angibt.

Öffnungsperspektive für internationale Touristen

Nachdem Australien zunächst schon im Januar angekündigt hatte, dass die Grenzen erst 2022 wieder geöffnet werden, änderte sich die Perspektive bereits im August. Die Regierung setzte sich das Ziel, die Grenzen bei Erreichen der 80%-Impfquote öffnen zu können.

Nun schiebt die Regierung die Öffnung trotz Erreichen des Ziels wieder auf 2022 aufzuschieben. Zu der Möglichkeit, dass Touristen Australien wieder besuchen können, äußerte sich Premierminister Morrisson entsprechend:

„Ich glaube, dass wir nächstes Jahr auch die internationalen Besucher einbeziehen werden.“

Der Australian Tourism Export Council, der einen Sektor vertritt, der vor der Pandemie 45 Milliarden australische Dollar (28 Milliarden Euro) pro Jahr mit internationalen Touristen verdiente, möchte, dass die internationalen Besucher bis März zurückkehren.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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