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Balearen: Mallorca verlängert nächtliche Kontaktsperre

| von Michael Sprick

Die Balearen beschränken Kontakte in der Nacht bis zum 15. September. Die Maßnahme soll vor allem auch illegale Partys treffen.


Balearen: Mallorca verlängert nächtliche Kontaktsperre
Mallorca in der Abenddämmerung. Bildnachweis: Unsplash / Gary Butterfield

Die Regierung der Balearen hat gestern die Verlängerung der bisher auf allen Balearen geltenden Beschränkungen für gesellschaftliche Zusammenkünfte während der Nachtstunden genehmigt, wie das Mallorca Magazin berichtet.

Positive Entwicklung der Inzidenzzahlen noch nicht ausreichend

Die Inzidenz ist seit Ende Juli wieder stark gesunken. Seit die Inzidenz zwischenzeitlich mit 454 am 28. Juli ihren Höchstwert erreichte, hat sich die Inzidenz mehr als halbiert. Dennoch reichen die derzeitigen Werte nicht aus, um die Balearen als sicheres Urlaubsziel gelten zu lassen. So definiert Deutschland Hochrisikogebiete als Länder und Regionen, in denen u.a. die Inzidenz „deutlich über 100“ liegt. Mit einer Inzidenz von 193 ist das derzeit definitiv noch der Fall. Daher verlängert die Regierung unter Präsidentin, Francina Armengol, nun die Maßnahme zur Eindämmung von SARS-CoV-2.

Die Maßnahme sieht vor, dass Bewohner der Inseln sowie Touristen zwischen 1 und 6 Uhr in der Früh keine gesellschaftlichen Zusammenkünfte erlaubt. Das gilt sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. Ausgenommen sind von der Regelung lediglich Lebensgefährten, wenn sie nicht ohnehin im selben Haushalt leben.

Verlängerung bedarf noch der Zustimmung des Gerichtshofs der Balearen

Die Entscheidung des Consell de Govern wird nun an den Obersten Gerichtshof der Balearen geleitet und bedarf einer Genehmigung. Dass die Gerichte in Spanien diese nicht immer automatisch erteilen zeigen Beispiele aus den vergangenen Monaten – nicht nur auf den Balearen, sondern auch auf den Kanaren. Da mit der Inzidenz aber ein akuter Grund für die Beschränkungen vorliegen, dürfte eine Zustimmung des Gerichtshofs zu erwarten sein.

Illegale Massenpartys nach wie vor ein Problem

Ein großes Ziel der Maßnahme ist auch die illegalen Partys auf der Insel zu unterbinden. Da die Teilnehmer junge Menschen sind, meistens noch ungeimpft sind und Alkohol konsumieren, missachten sie die geltenden Präventionsmaßnahmen. Daher gelten die illegalen Partys als Infektionstreiber auf der Insel. Obwohl das Problem schon seit Beginn der warmen Jahreszeit die Polizei auf den Balearen beschäftigt, bekommen die Behörden das Problem nicht in den Griff. So löste die Polizei erst am Wochenende ein Trinkgelage mit 3000 Teilnehmern mitten in der Partymeile Magaluf auf.

Ob die Verlängerung der Maßnahmen solche Vorkommnisse verhindern kann, ist fraglich. Schließlich handelt es sich nicht um eine Verschärfung, sondern eben um eine bloße Verlängerung der Maßnahmen. Zudem will die Regierung die Maßnahmen regelmäßig überprüfen, sodass die Verlängerung der Maßnahme bis zum 15. September provisorisch ist. Die nächste Überprüfung soll schon am 23. August stattfinden.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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