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Bayern: Verschärfung der Maßnahmen und De-Facto-Lockdown für Ungeimpfte

| von Michael Sprick

Das Bundesland Bayern hat wie zuvor angekündigt wieder striktere Maßnahmen angeordnet. Clubs, Bars und Lokale müssen wieder wieder schließen. Ministerpräsident Markus Söder hat dies heute nach einer Sitzung seines Kabinetts in München bekannt gegeben.


Bayern: Verschärfung der Maßnahmen und De Facto Lockdown für Ungeimpfte

Das Bundesland Bayern hat, wie zuvor angekündigt, wieder striktere Maßnahmen angeordnet. Clubs, Bars und Lokale müssen wieder wieder schließen. Ministerpräsident Markus Söder hat dies heute nach einer Sitzung seines Kabinetts in München bekannt gegeben.

Bayern verschärft Maßnahmen aufgrund hoher Infektionszahlen

Das Bundesland Bayern hat alle Weihnachtsmärkte abgesagt und einen Lockdown für alle Bezirke verhängt, die eine 7-Tage-Inzidenzrate von über 1.000 aufweisen. In diesen Orten werden Bars, Clubs und Restaurants sowie Kultur- und Sporteinrichtungen geschlossen, sagte Ministerpräsident Markus Söder nach einer Sitzung seines Kabinetts in der Landeshauptstadt München. Schulen und Kindergärten bleiben jedoch weiterhin geöffnet.

Bayern kämpft mit einer der bundesweit höchsten Infektionsraten in einer heftigen vierten Welle der Pandemie. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts lag die wöchentliche Infektionsrate am Freitag bei 625,3 gemeldeten Infektionen pro 100.000 Einwohner und damit deutlich über dem bundesweiten Wert von 340,6 – ein neuer Höchststand.

„Der Grundsatz ist klar: Verschärfen, und zwar grundlegend.“, sagte Söder. „Kontakte reduzieren, sowohl bei Veranstaltungen als auch in anderen Bereichen», erklärte er. „Wir tun das, was wir tun müssen.“

Söder: „De-facto-Lockdown für Ungeimpfte“ mit 2G

Der Ministerpräsident sagte, dass es ein „De-facto-Lockdown“ für ungeimpfte Menschen geben wird, indem die „2G“-Regel im ganzen Land eingeführt wird. Damit ist der Zugang zu Restaurants und Hotels bald nur noch denjenigen erlaubt, die entweder geimpft sind oder sich von Covid erholt haben.

Etwa 90 % der Patienten in Krankenhäusern mit Covid sind ungeimpft, wie Söder betonte. „Ungeimpft zu sein, ist ein echtes Risiko“, betonte er und wies darauf hin, dass die Impfrate im Süden des Landes traditionell niedriger ist als im Norden. Dies gelte nicht nur für das benachbarte Baden-Württemberg, sondern die gesamte Alpenregion.

Ungeimpfte verlieren Zugang zu Hochschulen – Sperrstunde ab 22 Uhr

Nach den neuen Vorschriften werden Ungeimpfte auch den Zugang zu Friseurläden, Universitäten und Volkshochschulen verlieren. Es wird auch Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte geben, sagte Söder. Er wies auch darauf hin, dass sie sich mit höchstens fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Er forderte eine Impfpflicht ab dem nächsten Jahr, da es sonst zu einem „endlosen Kreislauf“ komme.

Einzelhandelsgeschäfte bleiben geöffnet, allerdings mit einer Begrenzung der Anzahl der Kunden, die sich dort aufhalten dürfen: ein Kunde pro 10 Quadratmeter. Alle Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants müssen außerdem um 22 Uhr schließen. Es wird erwartet, dass der Landtag die neuen Maßnahmen am Dienstag billigt, und sie werden voraussichtlich bis zum 15. Dezember in Kraft sein. Dabei prüft die Landesregierung noch, wie die Maßnahmen mit altem und neuem Infektionsschutzgesetz vereinbar sind.

In acht bayrischen Landkreisen liegt die 7-Tage-Inzidenz über 1000

Derzeit gibt es in Bayern acht Landkreise mit einer Inzidenzrate von über 1.000. Auch in Gebieten mit einer Inzidenzrate von unter 1.000 wird es Einschränkungen geben. Bei Sport- und Kulturveranstaltungen wird die Zahl der Zuschauer auf 25 % der Gesamtkapazität des Veranstaltungsortes begrenzt. Darüber hinaus gilt die „2G+“-Regel, d. h. selbst geimpfte und genesene Personen müssen zusätzlich ein negatives Covid-Testergebnis vorweisen.

München war die erste deutsche Großstadt, die am Dienstag ihren weltberühmten Weihnachtsmarkt, der normalerweise drei Millionen Besucher anzieht, absagte und dies mit dem „dramatischen“ Wiederauftreten des Coronavirus begründete. Er steht dabei symbolisch für einen Absage-Trend in ganz Deutschland.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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