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COVID-19

Corona-Impfpass: An diesen Lösungen wird zurzeit gearbeitet

| von Michael Sprick

Schon jetzt gibt es an vielen Orten der Welt einen provisorischen Corona-Impfpass. Es wird aber auch an internationalen Standards gearbeitet.


Corona Impfpass: An diesen Lösungen wird zurzeit gearbeitet

Dass Menschen mit Impfung Vorteile bei Reisen und Urlaub haben werden, ist schon jetzt abzusehen. So überlegt derzeit Thailand, ob es seine Grenzen öffnen und die Quarantäne-Pflicht für Geimpfte aussetzen soll. In etwa so könnten dann bald auch Fluglinien und Hotels vorgehen, indem sie Boni, Preiserstattungen oder überhaupt nur geimpfte Passagiere bedienen.

Wie weitgehend Privilegien für Geimpfte auch rechtlich umgesetzt werden , ist derzeit noch nicht vorauszusehen. Zumindest in der EU wird das Thema kontrovers diskutiert. Daneben schaffen viele Organisationen weltweit aber schon die Grundlage für Privilegien.

Schon jetzt gibt es provisorische Lösungen

Vorreiter ist hierbei sogar der bayrische Landkreis Altötting, der schon jetzt Impfkarten mit QR-Code herausgibt. Der QR-Code gibt Zugriff auf die Daten einer geimpften Person. Diese bestehen aus Name, Geburtsdatum, Wohnort, Fotos sowie wann und welchen Impfstoff eine Person erhalten hat. Ähnliche Systeme gibt es auch schon andernorts.

Dabei gab der Landrat an, dass das Vorgehen provisorisch sei. Sobald ein Standard auf Bundes- oder EU-Ebene umgesetzt würde, könnte zuständige Behörde die Daten einfach ins neue System transferieren. Das System der QR-Codes wird aller Voraussicht nach aber ohnehin erhalten bleiben – zumindest in Ländern, die einen digitalen Impfpass für das Smartphone herausbringen.

Ähnliche Lösungen wie in Bayern gibtes auch andernorts. In den Los Angeles, Kalifornien, dürfen geimpfte Personen ihr Impfzertifikat auch im Apple Wallet aufbewahren. Es gibt jedoch auch komplett digitale Lösungen. An solchen arbeiten derzeit vor allem Firmen aus den USA.

Tech-Firmen und Initiativen arbeiten an digitalem Corona-Impfpass

Unter dem Namen „Vaccination Credential Initiative“ arbeiten derzeit Firmen wie Microsoft, Oracle und Salesforce zusammen mit einigen weiteren Gesundheitsorganisationen, um einen digitalen Impfpass herauszubringen. Die Initiative legt laut eigener Website Wert darauf, eine „sichere, verifizierbare und Datenschutz-konforme“ Lösung zu finden. Wann eine solche Lösung verfügbar sein wird, steht bisher noch nicht fest.

Inzwischen gibt es aber schon eine Lösung, die in der Flugbranche schon stärkeren Anklang findet. CommonPass ist eine App, die das Commons Project Foundation, die Rockefeller Stiftung und das Weltwirtschaftsforum tragen und entwickeln.

Die App soll nicht nur einen Corona-Impfpass, sondern auch viele weitere Informationen enthalten. Bereits im November hatten sich laut Informationen des Independent United Airlines, Lufthansa, Virgin Atlantic, Swiss International Air Lines und JetBlue dazu bereit erklärt, mit der App zu arbeiten. Bisher scheint die App aber vorwiegend auf den nordamerikanischen Raum beschränkt zu sein.

In Europa dürfte die Entwicklung noch einige Monate andauern

Während sich hier und dort schon verschiedene Standards ausbilden, wird in Europa noch die rechtliche Machbarkeit diskutiert. Die Anzahl der Menschen, die nicht zu einer Impfung bereit ist, ist noch immer recht groß. Das Thema Corona-Impfpass und dazugehörige Privilegien haben also das Potential, die Gesellschaft weiter zu spalten.

Auf der anderen Seite drängen Wirtschaft und vor allem der Tourismus-Sektor darauf, gute und praktikable Lösungen zu finden. Bis es zu einer übernationalen Lösung in Europa kommt, werden aber wohl schon verschiedene Standards und Lösung freiwillig in Gebrauch sein.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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