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Deutsche Bahn: Dritter Streik beendet – erneute Streiks stehen in Aussicht

| von Michael Sprick

Nach dem dritten Streik spricht die Deutsche Bahn von großen Belastungen, Ausfällen und Schäden für Wirtschaft und Fahrgäste. Doch ein vierter Streik steht bereits in Aussicht.


Deutsche Bahn: Dritter Streik beendet erneute Streiks stehen in Aussicht
Thüringen-Franken-Express bei Erlangen. Bildnachweis: Deutsche Bahn AG / Claus Weber

Auch die dritte Streikphase bei der Deutschen Bahn, die mit 6 Tagen die bisher längste war, ist ohne konkretes Ergebnis geendet. Ein vierter Streik steht aber bereits in Aussicht.

DB spricht von großen Belastungen

DB-Sprecher Achim Strauß gab schon am gestrigen Freitag folgendes Statement gegenüber der Presse bekannt:

„Der dritte und inzwischen längste GDL-Streik hat wieder zu großen Belastungen geführt. Belastung für unsere Fahrgäste, denn nicht jeder kann seine Reise verschieben. Belastung auch für unsere Beschäftigten, denn so ein Ersatzfahrplan den macht man nicht mit Links. Das ist immer wieder eine Herkulesaufgabe. Und eine Belastung auch für die Wirtschaft denn wir konnten nicht alle Transportaufträge im Schienengüterverkehr annehmen.“

Aus einer Pressemitteilung vom vergangenen Freitag richtete sich die GDL auch an die Fahrgäste der Bahn:

„Wut und Frust der Reisenden sollten sich gegen diejenigen richten, die erneut mit allen Mittel versucht haben, demokratische Grundrechte in diesem Land mit Füßen zu treten. Es muss Schluss sein mit dem Verbrennen von Steuergeldern mit dem Ziel, eine Gewerkschaft klein zu halten, sie vor Gericht stoppen und anschließend zu eliminieren.“

Fahrplan geht nun wieder in geregelten Ablauf über

Die Bahn hatte zu Beginn des heute beendeten Streiks versucht, den Streik per Eilantrag gerichtlich zu stoppen. Nachdem das Gericht die Rechtmäßigkeit der Streikmaßnahmen bestätigte, legte die Bahn Berufung ein. Doch das Gericht lehnte auch die Berufung ab, sodass die Streiks wie von der GDL geplant heute in der Früh um 2 Uhr zu Ende gingen.

Die Deutsche Bahn hat nun wieder den normalen Fahrplan aufgenommen, wie aus den Worten der DB-Sprecherin Anja Bröker hervorgeht:

„Nach 120 Stunden GDL Streik sind wir weitgehend normal in diesen Dienstag gestartet […]. Sowohl die 860 Züge des Fernverkehrs als auch die 21000 regional und S-Bahn Züge werden heute wieder planmäßig fahren. Damit das klappt, liefen schon gestern unsere Vorbereitungen auf Hochtouren. Züge wurden zu ihrem heutigen Startbahnhof überführt und unsere Mitarbeitenden waren auch vorab schon unterwegs, damit sie heute früh am richtigen Ort ihre Züge übernehmen können.“

Unregelmäßigkeiten noch möglich – flexible Tickets gelten noch bis zum 17. September

Bröker warnte jedoch auch, dass es noch immer zu Verspätungen kommen könnte:

„In einzelnen Fällen kann es noch zu Unregelmäßigkeiten kommen. Daher möchten wir unsere Fahrgäste bitten, sich auch heute noch über die Fahrplanauskunft auf bahn.de und in der App DB Navigator vor Reisebeginn zu informieren. Auch unsere kostenlose Streik-Hotline wurde in den vergangenen Tagen bereits intensiv genutzt und ist heute noch den ganzen Tag erreichbar.“

Durch den Streik veranlasst, gelten bei der Deutschen Bahn noch Regelungen zur Sonderkulanz. Die für den Streik-Zeitraum (bis einschließlich heute) erworbenen Tickets behalten ihre Gültigkeit bis einschließlich zum 17. September. Bei Sparpreisen und Super Sparpreisen ist die Zugbindung aufgehoben. Für die Weiterfahrt können auch andere Züge genutzt werden. Dies gilt auch für Züge des Nahverkehrs.

Vierter Streik nach einer „Besinnungspause“ für Bahn möglich

GDL-Chef Claus Weselsky kündigte gegenüber der Presse bereits an, dass „nach dem Streik vor dem Streik sei“. Allerdings wolle er der Bahn nun eine „ein stückweit etwas Zeit geben und Gelegenheit, sich zu korrigieren“. Seiner Ansicht nach hätte sich das Management der Bahn festgefahren und bräuchte nun die Möglichkeit, zur Besinnung zu kommen. Die Deutsche Bahn bittet derweil weiterhin zum Verhandlungstisch.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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