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Deutsche Bahn: GDL kündigt 6-Tage-Streik an

| von Michael Sprick

Der Deutschen Bahn steht ab Mittwoch ein Streik durch die GDL bevor, der sich dieses Mal auch über ein Wochenende erstreckt.


Deutsche Bahn: GDL kündigt 6 Tage Streik an
Hamburg Hbf - Einfahrt zweier ICE T. Bildnachweis: Deutsche Bahn AG / Wolfgang Klee

Schon bei Beendigung des letzten Streiks war absehbar, dass ein neuer Streik nur eine Frage der Zeit ist. Jetzt hat die GDL bekannt gegeben, dass der nächste Streik eine ganze Woche lang anhalten wird.

Streik findet wieder kurzfristig statt

Die Streiks beginnen für den Güterverkehr und den Personenverkehr wieder getrennt. Die Streiks für den Güterverkehr beginnen schon am Mittwoch, den 1. September um 17 Uhr. Für den Personenverkehr beginnt der Streik neun Stunden später am Donnerstag, den 2. September um 2 Uhr in der Früh. Enden soll der Streik am Dienstag, den 7. September um 2 Uhr in der Früh. Damit ist dieses Mal auch ein Wochenende betroffen.

Dazu kommentierte GDL-Chef Claus Weselsky gegenüber den Öffentlich-Rechtlichen:

„Es ist eine der längsten Arbeitskampfmaßnahmen, die wir durchführen und zwar absichtlich“. Die GDL sieht sich demnach zu diesen drastischen Maßnahmen gezwungen, da die Bahn bislang kein Angebot vorgelegt habe, „das mit Zahlen, Daten und Fakten arbeitet“. 

Kritik an den Streiks

Der DB-Personalchef, Martin Seiler, nannte den Streik dagegen „völlig überzogen“. Beim letzten Streik hatte die Bahn vor allem ihre Fahrgäste als die Hauptgeschädigten bezeichnet:

„Der zweite Streik war für unsere Fahrgäste wieder eine große Belastung. auch wenn es uns gelungen ist, wieder einen sehr stabilen Ersatz-Fahrplan im Nah- und Fernverkehr anzubieten. Auch wenn viele Reisende ihre Fahrt verschoben haben, denn die Tickets waren flexibel gültig.““

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn sieht dies ähnlich. Laut diesem schade die Gewerkschaft dem Ruf der Deutschen Bahn, was gerade angesichts der Verkehrswende besonders kontraproduktiv sei. Die Tagesschau zitiert den Ehrenvorsitzenden des Vereins, Karl-Peter Naumann: „Es gibt gewisse Rechte im Grundgesetz, aber ich muss damit auch sehr behutsam umgehen“.

GDL erwartet „verhandelbares Angebot“

Schon nach dem ersten Streik hatte GDL-Chef, Claus Weselsky eine Rückkehr zum Verhandlungstisch abgelehnt. Auch ein Schlichtungsangebot ist mit den Worten abgelehnt worden, dass der Streit nicht zu schlichten sei. Damit will die GDL ein „verhandelbares Angebot“ erzwingen:

„Das einzige Mittel, den Konflikt zu lösen, ist die Vorlage eines verhandelbaren Angebots“, so Weselsky. Doch das sei weit und breit nicht in Sicht.

Martin Seiler dementierte die Vorwürfe, dass man keine verbesserten Angebote nachgeliefert habe:

„Wir haben zwei Angebote vorgelegt und wir haben vor einer Woche nochmal nachgelegt, dass es auch eine Corona-Prämie geben wird und das wird einfach ignoriert. Seit Ende Mai hat sich die GDL nicht einen Millimeter bewegt. Wir haben in den ganzen Runden zwischen den Streiks nicht eine einzige Minute verhandelt. Das halten wir für unverantwortlich.“

Bahn bittet Reisepläne zu verschieben

Die Bahn setzt während der Streiktage wieder auf ihre bisher bewährtes Angebot der Sonderkulanz. Fahrgäste können ihre Tickets kostenlos stornieren. Die Gültigkeit hat die Bahn „bereits ab dem 30.08.2021 bis einschließlich 17.09.2021“ ausgeweitet.

Die Bahn kündigte an, dass es zu starken Beschränkungen des Bahnverkehrs kommen wird. Sie bittet daher, Fernverkehrsreisen – sofern möglich – zwischen dem 2. und 6. September zu verschieben. Sie rät außerdem zu Sitzplatzreservierungen und zum Tragen von FFP2-Masken, da sie erwartet, dass die weiterhin fahrenden Fernverkehrszüge voll ausgelastet sein werden. Weitere Informationen bietet die Deutsche Bahn unter ihrem Informationsportal.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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