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Verbessertes Angebot der Bahn abgelehnt – Streik geht weiter – Bahn stellt Eilantrag

| von Michael Sprick

Die Bahn hat der GDL wenige Stunden vor Streikbeginn im Personenverkehr ein verbessertes Angebot vorgelegt. Das könnte ein vorzeitiges Ende des Streiks bedeuten.


Deutsche Bahn legt GDL verbessertes Angebot vor
Köln Hbf - Anfangs- / Mittel- / Endpunkt einer Reise mit der Bahn. Bildnachweis: Deutsche Bahn AG / Axel Hartmann

Die Deutsche Bahn ist der Forderung der GDL nach einem verbesserten Angebot nachgekommen, wie aus einer öffentlichen Mitteilung hervorgeht. Das Angebot umfasst nun die kürzere Laufzeit sowie eine Corona-Prämie, die Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky gefordert hatte.

Bahn legt verbessertes Angebot vor

Die Deutsche Bahn AG hat im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL am Mittwochnachmittag ein neues schriftliches Angebot unterbreitet. Damit ist der Konzern den Forderungen der GDL stark entgegenkommen. Zuvor hatte Weselsky immer wieder signalisiert, dass er die Verhandlungen mit der Bahn erst wieder beginnen würde, wenn zuvor ein deutlich nachgebessertes Angebot vorliege. Damit ist davon auszugehen, dass der Streik, der im Güterverkehr bereits begonnen hat und morgen um 2 Uhr in der Früh auch im Personenverkehr begonnen hätte, frühzeitig beendet wird.

Personalvorstand Martin Seiler kommentierte den Schirtt der Bahn folgendermaßen:

„Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL. Es gibt jetzt erst recht keinen Grund mehr für einen fast einwöchigen Streik. Klare Botschaft an die GDL-Spitze: Geben Sie Ihre Blockadehaltung auf. Kommen Sie nun endlich an den Verhandlungstisch und stoppen Sie die unverantwortlichen Arbeitskampfmaßnahmen!“

Angebot enthält Corona-Prämie

Im Detail umfasst das nachgebesserte Angebote eine Corona-Prämie für die Mitglieder der GDL. Diese soll genau die gleiche Höhe betragen, die auch Mitarbeiter der Bahn im Öffentlichen Dienst erhalten haben. Dabei gibt es zwei verschiedene Entgeltgruppen, die einmal 400 und einmal 600 Euro erhalten haben.

Laufzeit des Lohnvertrages leicht nachgebessert

Zweitens bietet die DB der GDL einen Kompromiss beim Streitthema „Laufzeit des künftigen Tarifvertrages“ an. Statt einer bisherigen Laufzeit von 40 Monaten offeriert das Unternehmen nunmehr eine Laufzeit von 36 Monaten.  Das ist nur ein leichtes Entgegenkommen der Deutschen Bahn gegenüber der GDL. Diese hatte zuvor eine Laufzeit von 28 Monaten gefordert. Das Argument der GDL ist dabei die Inflationsrate. Bei langer Laufzeit nivelliert die Inflation die Lohnerhöhungen.

Bei den Lohnerhöhungen gibt es dagegen keinen Streitpunkt. Schon vor dem Streik waren sich Bahn und GDL einig, dass die Erhöhung bei 3,2 Prozent liegen soll.

Seiler äußerte dazu:

„Gleichzeitig bieten wir eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent – genau das fordert auch die GDL. Es gibt also gar keinen Grund, sich Verhandlungen und anschließend einer Einigung zu verweigern.“

GDL lehnt Angebot ab und lässt Streiks wie geplant starten

Die GDL hat das Angebot derweil schon abgelehnt. In der ARD erklärte Claus Weselsky heute Morgen, weshalb die Streiks weiter gehen:

 „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: Das beste Angebot aller Zeiten. Die schlechte Nachricht für die Bahnkunden: Der Streik geht weiter.“

Offenbar ist Weselsky der Ansicht, dass das Angebot der Bahn die GDL-Mitarbeiter in zwei Klassen teilen würde. Er nannte das Angebot daher ein „vergiftetes Angebot“.

Die Streiks starteten wie geplant heute Morgen um 2 Uhr. Die Deutsche Bahn geht derweil mit einem Eilantrag gegen den Streik vor. DB-Personalvorstand Martin Weiler erklärte den gerichtlichen Schritt so:

„Das Streikrecht ist ein hohes Gut. Allerdings sind Streiks nur dann zulässig, wenn sie sich im Rahmen des geltenden Rechts bewegen. Das ist nach unserer Auffassung bei den Streiks der GDL nicht der Fall. Deshalb müssen wir im Interesse unserer Kunden und Mitarbeitenden jetzt handeln und die Streiks rechtlich überprüfen lassen.“

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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