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Deutsche Bahn: So läuft die 3G-Kontrolle ab

| von Michael Sprick

Im öffentlichen Verkehr gilt ab heute die 3G-Regelung. Wir informieren über den Ablauf, Statements der Bahn und die Kritik der EVG an den neuen Kontrollen.


Deutsche Bahn: So läuft die 3G Kontrolle ab
Zugbegleiterin im ICE mit Mund-Nasen-Schutz bei der Ticketkontrolle. Bildnachweis: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

Ab heute gilt auch im öffentlichen Verkehr eine 3G-Pflicht. Das bedeutet, dass alle Passagiere nachweisen müssen, dass sie entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Die Deutsche Bahn setzt damit Beschlüsse auf Bund- und Länderebene um, wie sie in einer Pressemeldung bekannt gibt.

Kontrolle erfolgt stichprobenartig

Im Sommer noch hatte das Verkehrsministerium unter Andreas Scheuer noch eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die die Umsetzung einer 3G-Regelung im öffentlichen Verkehr für „praktisch nicht umsetzbar“ hielt. Offenbar waren die Macher der Studie davon ausgegangen, dass die Kontrolle flächendeckend umzusetzen sei. Daher soll die Kontrolle nun stichprobenartig und ähnlich wie die Fahrscheinkontrolle erfolgen.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen von der 3G-Regel. So müssen zum Beispiel Kinder, „die das 6. Lebensjahr nicht vollendet haben“ und Schüler keine Nachweise erbringen. Letztere werden im Rahmen des Schulbesuchs ohnehin regelmäßig getestet, sodass eine zusätzliche Überprüfung in Bussen und Bahnen überflüssig erscheint.

Bahn – 3G-Kontrolle in der Praxis

In der Praxis wird das Kontrollpersonal der Deutschen Bahn die 3G-Nachweise zusammen mit den Fahrkarten kontrollieren. Dabei nennt die Bahn keine besonderen Formate für die jeweiligen Nachweise, sodass vom gelben Impfpass, PDF Dokument bis hin zum digitalen Covid-Zertifikat mit QR-Code alle Nachweise gültig sind.

Bei Impfnachweisen gilt, dass die Impfung vollständig sein muss und die letzte Verabreichung mindestens 14 Tage zurückliegen muss. Die Bahn kommuniziert in ihrer Mitteilung kein Ablaufen des Impfstatus. Der Genesenenstatus darf dagegen maximal 180 Tage zurückliegen. Für Tests akzeptiert die Bahn sowohl Schnelltests als auch PCR-Tests. Bei ersterem dürfen diese maximal 24 Stunden alt sein. Beim PCR-Test gibt die Pressemitteilung nur an, dass dieser aktuell sein muss. Selbsttests gelten ausdrücklich nicht als anerkannter Nachweis.

Das droht bei Nicht-Einhaltung der 3G-Regel

Stellen die Kontrolleure fest, dass Fahrgäste die neue 3G-Regel nicht einhalten, bitten sie diese an der nächsten Haltestelle auszusteigen und den Test nachzuholen. Die Deutsche Bahn weist hierbei darauf hin, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, die mit einem Bußgeld belegt ist. Anders als das Bußgeld beim Schwarzfahren sind hierfür allerdings die Polizeibehörden zuständig. Die Bahn weist daher auch darauf hin, dass es zur Zusammenarbeit mit der Polizei kommen kann.

Darüber hinaus gilt die 3G-Regelung erst beim Zustieg in eine Bahn. Daher ist es weiterhin auch problemlos möglich, ohne 3G-Nachweis andere Personen vom Bahnhof oder Bahngleis abzuholen. Wer bereits Tickets der Bahn vor Einführung der 3G-Regel gekauft hat und nicht mit der neuen 3G-Regel einverstanden ist, kann diese stornieren, wie die Deutsche Bahn hinweist.

Bahn hofft auf Verständnis und Kooperation

Da die 3G-Regel u.a. von der EVG, der größten Gewerkschaft der Bahnmitarbeiter, als Umstand für ein massives Aggressionspotential gesehen wird, hofft die Bahn auf Verständnis und Mitwirkung der Fahrgäste. Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr bei der DB betonte dies in seinem Kommentar:

„Zusammen mit allen Verkehrsunternehmen des Landes werden wir unseren Beitrag zur Bekämpfung der vierten Welle leisten. Unsere Mitarbeitenden machen seit Beginn der Pandemie unter schwierigsten Bedingungen einen herausragenden Job. Auch jetzt sind sie wieder massiv gefordert. Deshalb setzen wir neben den stichprobenartigen Überprüfungen durch unser Personal vor allem auch auf die Mitwirkung der Fahrgäste beim Umsetzen der neuen gesetzlichen Regeln.“

EVG erwartet Aggression

Die EVG kritisiert derweil die Entscheidung der Deutschen Bahn die konzerneigene Firma DB Sicherheit nur im Fernverkehr einzusetzen. Im Regionalverkehr wären die Bahnmitarbeiter, die bereits jetzt zuvor überfordert waren, im Stich gelassen, wie EVG-Vorstand Kristian Loroch erklärt:

„Viele Kolleginnen und Kollegen im Nah- und Regionalverkehr sowie bei den Busgesellschaften fühlen sich bereits jetzt überlastet und leiden unter verstärkter Aggressivität mancher so genannter Fahrgäste. Es ist für uns völlig unverständlich, warum die DB eine solche Unterscheidung vornimmt und einen Teil der Beschäftigten schlichtweg im Regen stehen lässt. 

Die aktuelle Situation ist für uns alle sehr herausfordernd. Wir fordern die Arbeitgeber der Eisenbahn- und Verkehrsbranche auf, die Beschäftigten bei der Umsetzung der 3G-Regel zu unterstützen – und zwar alle Beschäftigten gleichermaßen. Generell halten wir an unserer Auffassung fest, dass die Durchsetzung solcher behördlichen Vorgaben nicht Aufgabe der Verkehrsbeschäftigten sein kann.“

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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