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Deutschland steigt in der Pandemie zum wichtigsten Quellmarkt für Tourismus auf

| von Michael Sprick

Laut der Datenanalyse- und Unternehmensberatungsfirma GlobalData ist Deutschland zum wichtigsten Quellmarkt für den Tourismus weltweit aufgestiegen.


Deutschland steigt in der Pandemie zum wichtigsten Quellmarkt für Tourismus auf
Backpack-Tourismus. Bildnachweis: Laura Siegal

Die Datenanalyse- und Beratungsfirma GlobalData sieht Deutschland als den wichtigsten Quellmarkt im Tourismus an. Daraus zieht GlobalData den Schluss, dass Tourismus-Unternehmen weltweit verstärkt deutsche Reisende ansprechen müssen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervor.

Deutschland – wichtigster Quellmarkt für Tourismus

Doch wie kommt GlobalData überhaupt zu dem Schluss, dass ein Land, das mit rund 83 Millionen eine vergleichsweise kleine Bevölkerung hat, der wichtigste Quellmarkt im vergangenen Jahr gewesen ist? Belastbare Statistiken für die Behauptungen von GlobalData sind zu dem Thema noch nicht veröffentlicht worden.

Sie dürften sich aber bald überprüfen lassen. Fest steht, dass Deutschland über die letzten Jahre immer zu den wichtigsten Quellmärkten für den Tourismus zählte, wie Daten des Konkurrenten von Global Data, Knoema, zeigen.

Deutschland war der größte Tourismus Quellmarkt 2020
Quellmärkte im Tourismus nach Ausgaben in US-Dollar. Bildnachweis: Knoema Corporation

Demnach belegte Deutschland im Outbound-Tourismus konstant den dritten Platz hinter den USA und China, was die Ausgaben im Tourismus betrifft. Zuletzt im Jahr 2019 betrugen die Ausgaben 91,73 Mrd. US-Dollar (78,4 Mrd. Euro). Etwas abgeschlagen von den USA (134,6 Mrd. US Dollar) und China (254,6 Mrd. US-Dollar).

In Europa war Deutschland jedoch vor Großbritannien und Frankreich (71,5 Mrd. USD) und Frankreich (51,6 Mrd. USD) der wichtigste Quellmarkt. Laut Global Data hat sich die Lage durch die Pandemie so verändert, dass Deutschland nun der wichtigste Quellmarkt weltweit geworden sei.

Ralph Hollister, Travel & Tourism Analyst bei GlobalData, stellt dazu fest:

„Deutschland war im Jahr 2020 aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 der größte Outbound-Quellmarkt weltweit. Mehrere touristische Organisationen werden nun versuchen, mehr deutsche Reisende in der ’neuen Normalität‘ anzuziehen, um die Erholung zu beschleunigen.“

Deutsche Touristen wichtig für Top-Tier-Tourismus

Besondere Bedeutung hat dies für den weltweiten Tourismus-Markt auch dadurch, dass allgemein die Zahl der Reisenden weltweit stark gesunken ist. Umso wichtiger wird es für die Tourismusbranche Reisende anzusprechen, die hochwertige Angebote buchen. Auch hier sollen deutsche Touristen für den Sektor besonders wichtig sein, wie GlobalData feststellt.

Laut einer Verbraucherumfrage von GlobalData verdiente in Deutschland nämlich mehr als ein Viertel der Befragten mehr als 50.000 Euro, gemessen am ungefähren jährlichen Haushaltseinkommen vor Steuern. Dies sei höher als in Belgien, Frankreich und Italien, die ebenfalls wichtige globale Quellmärkte seien.

Hollister fügt hinzu: „Dieser höhere Prozentsatz deutscher Haushalte mit einem Einkommen von mehr als 50.000 Euro bedeutet, dass sich ein größerer Teil des deutschen Marktes im Urlaub luxuriöse Produkte und Dienstleistungen leisten kann, was ein gutes Zeichen für gehobene Reiseziele und Reiseunternehmen ist.“

Dementsprechend erteilt die Firma auch Ratschläge wie deutsche Touristen gezielt angesprochen werden könnten.

Wie die internationale Touristik deutsche Touristen ansprechen soll

Trend #1 – Digitalisierung

GlobalData gibt für das Marketing an deutsche Touristen drei strategische Ratschläge. Der erste Ratschlag entspricht einem allgemeinen, globalen Trend. Auch in Deutschland würde sich immer mehr zeigen, dass deutsche Urlauber dazu neigen, digitalen Buchungsplattformen zu vertrauen. Indem Unternehmen digitale Buchungsalternativen anbieten, könnten sie diesem Bedürfnis gerecht werden.

Trend #2 – Kulinarische Erlebnisse

Ein zweiter Ratschlag besteht darin, Gastronomie-Erlebnisse stärker zu bewerben. Das sei zum einen dadurch begründet, dass fast ein Fünftel der Deutschen Kulturreisen bevorzuge und kulinarische Erlebnisse ein wichtiger Teil dieser Reisen seien. Zum anderen habe die Pandemie dazu geführt, dass fast ein Drittel der Deutschen mehr zuhause kochen würde als zuvor. Dadurch bestünde eine neue und höhere Wertschätzung für Kulinarik.

Trend #3 – Vertraute Erfahrungen

Einen dritten Trend sieht GlobalData darin, dass 51% der Deutschen angeben, dass sie entweder „oft“ oder „immer“ davon beeinflusst werden, wie „vertraut/vertrauenswürdig/risikofrei sich ein Produkt/eine Dienstleistung anfühlt“. Das zeige, „dass der Bedarf an vertrauten Erfahrungen groß“ sei.

Der Analyst Hollister sieht darin einen Vorteil für Länder mit einer ähnlichen Kultur wie Deutschland:

„Aus diesem Grund werden Länder mit einer ähnlichen Kultur wie Deutschland, z. B. die Niederlande, Österreich und die Schweiz, einen deutlichen Vorteil haben, wenn es darum geht, deutsche Reisende für die neue Normalität zu gewinnen.“

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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