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Deutschland: Studie stellt wachsende Bedeutung des Caravaning-Tourismus in der Pandemie fest

| von Michael Sprick

Eine Studie des dwif stellt die wichtige Bedeutung des Caravaning-Tourismus während der Pandemie in Deutschland fest.


Deutschland: Studie stellt wachsende Bedeutung des Caravaning Tourismus in der Pandemie fest
Wohnwagen bei Höfingen. Bildnachweis: Unsplash / Fabian

Das deutsche wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) hat eine Studie zum Caravaning-Tourismus in Deutschland vorgelegt. Die Studie hebt die steigende Bedeutung des Caravaning-Tourismus in der Corona-Krise hervor. Dabei ist mit dem Caravaning der Camping- und Reisemobiltourismus gemeint.

Caravaning-Tourismus sorgt für 14,1 Milliarden Euro Umsatz in 2020

Die Studie belegt die große Bedeutung des Camping- und Reisemobiltourismus für die deutsche Wirtschaft. Im vergangenen Jahr bescherten Urlauber mit Reisemobil und Caravan der heimischen Wirtschaft 14,1 Milliarden Euro Umsatz. Das sind rund 12 Prozent mehr als noch 2016.

Dieses Ergebnis konnte zudem trotz der Corona-Pandemie erzielt werden. Dieser erfuhr insbesondere in der ersten Jahreshälfte weitgehend einen Stillstand des Tourismus. So trug der Caravaning-Tourismus dazu bei, in einer der schwersten ökonomischen Krisen in der Geschichte der Bundesrepublik zehntausende Arbeitsplätze zu sichern.

Insgesamt verzeichneten deutsche Reisemobilstellplätze 2020 10 Millionen Übernachtungen. Damit stieg der Marktanteil von Übernachtungen auf Stellplätzen an der Gesamtzahl der touristischen Übernachtungen in Deutschland um über 50 Prozent.

Die wesentlichen Fakten im Überblick

Durch die campingspezifische Nachfrage werden in Deutschland Bruttoumsätze in einer Größenordnung von rund 14,1 Mrd. € generiert. Enthalten sind:

  • Ausgaben der Urlauber in Höhe von 4.514,3 Mio. € in den Zielgebieten
  • Fahrtkosten für den Transfer zwischen Quell- und Zielgebiet und während des Aufenthaltes vor Ort in Höhe von 4.137,0 Mio. €
  • Investitionen in die Campingausrüstung (Fahrzeug, Campingausstattung, Sonderzubehör) in Höhe von 5.420,0 Mio. €.
  • Die daraus resultierenden Einkommen (Löhne, Gehälter und Gewinne) belaufen sich zudem auf etwa 5,6 Mrd. €. Davon entfallen jedoch rund 48 Prozent auf die 1. Umsatzstufe und 52 Prozent die 2. Umsatzstufe.
  • Weiterhin leistet der Campingtourismus einen Einkommensbeitrag in Deutschland in Höhe von beachtlichen 0,223 Prozent.

Wirtschaftliche Bedeutung des Caravaning-Tourismus

Aus der Division des durch Campingtourismus generierten Einkommens (5.574,6 Mio. €) durch das durchschnittliche Volkseinkommen je Einwohner in Deutschland (30.074 € im Jahr 2020) lässt sich ein Beschäftigungsäquivalent von insgesamt mehr als 185.000 Beziehern eines durchschnittlichen Volkseinkommens pro Kopf durch den Campingtourismus in Deutschland ableiten.

Aus dem Campingplatz- und Reisemobil-Tourismus resultiert ein Steueraufkommen aus Mehrwertsteuer sowie Einkommen-/Lohnsteuer in Höhe von insgesamt nahezu 2,5 Mrd. €. Davon entfallen jedoch rund 68 Prozent auf Mehrwertsteuer und 32 Prozent auf Einkommen-/Lohnsteuer.

Zudem fließen der öffentlichen Hand durch den Campingplatz- und Reisemobil-Tourismus Steuern und Abgaben in einer Größenordnung von rund ¼ Mrd. € durch die ansässigen Unternehmen zu (z.B. Gewerbesteuer, Grundsteuer, Tourismusbeitrag).

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„Wie kaum eine andere Branche war die Tourismuswirtschaft von der Corona-Pandemie betroffen. Nach monatelangen Einschränkungen suchten viele Bürgerinnen und Bürger einen Weg, sicher Urlaub zu machen, und setzten daher verstärkt auf Camping“, sagt Thomas Bareiß, MdB und Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus. „Für eine erfolgreiche Entwicklung der Campingbranche auch in Zukunft sind Innovationen und zielgerichtete Investitionen gefordert. Für Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft gilt es, die richtigen Weichen zu stellen – dafür liefert diese Studie wertvolle Erkenntnisse“, so der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister weiter.

„Caravaning hat sich in der Pandemie als resiliente Urlaubsform erwiesen. Damit sie ein starker Wirtschaftsmotor bleibt, ist die Politik gefordert. Es gilt, die Urlaubsform in der nationalen Tourismusstrategie zu berücksichtigen und die Rahmenbedingungen für sie zu verbessern. Konkret geht es um den Ausbau der Infrastruktur. Hier können gezielte Förderprogramme und der Abbau bürokratischer Hürden entscheidende Impulse setzen. Das stärkt den Tourismusstandort Deutschland“, ergänzt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD).

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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