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Deutschlandweit immer mehr Weihnachtsmärkte abgesagt

| von Michael Sprick

Immer mehr Weihnachtsmärkte sagen in Deutschland ab. Viele Politiker halten die Märkte angesichts steigender Infektionszahlen für unverantwortlich.


Deutschlandweit immer mehr Weihnachtsmärkte abgesagt
Weihnachtsmarkt am Römerberg in Frankfurt am Main. Bildnachweis: Unsplash / cmophoto.net

In ganz Deutschland sagen immer mehr Kommunen und Städte ihre Weihnachtsmärkte ab. Angesichts der derzeit wieder steigenden Infektionszahlen halten viele Verantwortliche die Weihnachtsfeierlichkeiten für nicht tragbar. Darüber berichtet das News-Portal des Fernsehsenders RTL.

Immer mehr Weihnachtsmärkte abgesagt

Schon seit einigen Tagen hält die Debatte an, ob die Weihnachtsmärkte in Deutschland stattfinden sollen oder nicht. Nicht wenige Politiker sprechen sich dabei für ein Verbot der Weihnachtsmärkte aus. Selbst mit 3G- oder 2G-Regelungen halten sie es nicht für verantwortlich, dass Weihnachtsmärkte in den nächsten Wochen öffnen sollten.

Zu Befürwortern einer pauschalen Absage für Weihnachtsmärkte zählt zum Beispiel der SPD-Politiker Karl Lauterbach: „Bei den Fallzahlen, die wir jetzt haben, werden die Kliniken in den ersten beiden Dezemberwochen bundesweit die Kapazitätsgrenze überschreiten“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Politiker warnen vor überfüllten Intensivstationen spätestens im Dezember

Laut ihm sollten ungeimpfte Personen nur noch Zugang zu den notwendigsten Bereichen des öffentlichen Lebens erhalten. Das wären Arbeitsplatz und Lebensmittelgeschäfte sowie Drogerien und Apotheken. Gegenüber dem ZDF äußerte Lauterbach die Aussage: „Jeder Weihnachtsmarkt, der nicht stattfindet, ist ein guter Weihnachtsmarkt.“ 

Doch auch der sächsische Ministerpräsident, Michael Kretschmer, hält ein Verbot für notwendig. Er sagte gegenüber NTV: „Man kann sich doch nicht vorstellen, dass man auf dem Weihnachtsmarkt steht, Glühwein trinkt und in den Krankenhäusern ist alles am Ende und man kämpft um die letzten Ressourcen“.

Viele Weihnachtsmärkte sollen bisher dennoch stattfinden

Dennoch sollen viele Weihnachtsmärkte wie geplant stattfinden. Laut RTL sollen beispielsweise die folgenden Weihnachtsmärkte wie geplant stattfinden:

  • Aachener Weihnachtsmarkt (19. November – 23. Dezember)
  • Augsburger Christkindlesmarkt (22. November – 24. Dezember)
  • Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt in Berlin (22. November – 31. Dezember)
  • Historische Weihnachtsmarkt am Hamburger Rathaus in Hamburg (22. November – 23. Dezember).
  • Heidelberger Weihnachtsmarkt (18. November – 22. Dezember)
  • Weihnachtsmarkt am Kölner Dom (22. November – 23. Dezember)
  • Nürnberger Christkindlesmarkt (26. November – 24. Dezember)
  • Regensburger Christkindlmarkt (22. November – 23. Dezember)
  • Stuttgarter Weihnachtsmarkt (24. November – 30. Dezember)
  • Ulmer Weihnachtsmarkt (22. November – 22. Dezember)

Dabei gelten auf vielen Weihnachtsmärkten die 2G- oder 3G-Regelungen. Ein Beispiel dafür ist auch der Dortmunder Weihnachtsmarkt. Der Organisator des Marktes und Schausteller, Patrick Arens, rechtfertigt dagegen in der Ruhr24 das Stattfinden des Weihnachtsmarktes in Dortmund. Für ihn sei es unverständlich, dass Veranstaltungen bei frischer Luft und mit 2G-Regelung nicht stattfinden dürfen. Dabei greift er auch Lauterbach persönlich an, indem er ihn für eine Spaltung der Gesellschaft verantwortlich macht.

Deutscher Schaustellerbund macht auf prekäre Situation aufmerksam

Auch der deutsche Schaustellerbund (DSB) beobachtet die Absage der Weihnachtsmärkte mit größter Sorge. In einer Pressemeldung warnt der Bund, dass viele Schausteller kurz vor dem finanziellen Ruin stehen. DSB-Präsident Albert Ritter machte mit folgenden Worten auf die Not der Schausteller aufmerksam:

„Es ist unerträglich, im zweiten Winter in Folge den Kopf für Versäumnisse des Sommers hinzuhalten! Die Schaustellerinnen und Schausteller, aber auch die von der Verödung bedrohten Innenstädte brauchen die Weihnachtsmärkte zum Überleben! Wer uns jetzt mit einem Federstrich erneut die Ausübung unseres Berufes unmöglich macht, muss auch die Frage beantworten, wie unsere Familien die einkommenslose Winterpause von Januar bis März trotz dieser massiven Existenzbedrohung überstehen!“

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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