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Die Balearen haben bereits mehr Buchungen für den Sommer 2022 als für diesen Winter

| von Michael Sprick

Die Balearen wollen ihre Saison noch bis November verlängern. Bisher bleiben die Buchungen jedoch aus und liegen schon jetzt unter den Buchungen für nächsten Sommer.


Hotelbuchung sinkt 2020 um 86 Prozent auf den Balearen
Sonnenuntergang auf Mallorca. Bildnachweis: Unsplash / Gabor Koszegi

Die Balearen wollen die Urlaubssaison bis November verlängern. Schon jetzt scheint sich aber abzuzeichnen, dass zumindest der November kein guter Monat für die Balearen sein wird. Das geht aus einem Bericht der spanischen Reise-News-Seite Hosteltur hervor.

Saison verlief relativ erfolgreich

Die touristischen Buchungen auf den Balearen haben in diesem Sommer die 50 %-Grenze im Vergleich zur Saison 2019 überschritten. Das ist zwar zunächst besser als erwartet, aber natürlich noch immer weit unter dem, was sich die Branche wünscht. Bei einem runden Tisch, bei dem Gewerkschaften, Hotel- und Touristikverbände sowie die Regierung der Balearen zusammenkamen, um Bilanz zu ziehen, fand der Plan, die Saison zu verlängern, noch einmal allgemeine Zustimmung. Nun scheint sich aber abzuzeichnen, dass zumindest der November wieder ein Pleitemonat für die Balearen wird.

„Im November ist auf den Balearen keine touristische Aktivität zu erwarten“, fasst der Geschäftsführer von Dingus,einem Datenanalysten in der Hotelbranche. In diesem Sommer haben die Balearen die 50 %-Schwelle bei den Buchungen für 2019 überschritten. Dingus hatte diesen Wert als Erwartungshorizont bereits zu Beginn der Saison vorausgesagt . Bis zur letzten Augustwoche hatten die Hotels der Inseln 57,65 % der Übernachtungen und 55,12 % der Buchungen erreicht.

Aussicht für den Rest des Jahres schlecht

Laut Dingus DataHotel, einem Datenanalysten, wird bis November „keine touristische Aktivität erwartet“. Es gäbe bereits jetzt mehr Buchungen für den Sommer 2022 als für diesen Winter.

Auf dem gesamten Archipel waren der Juli und vor allem der August die geschäftigsten Monate. Das entspricht in einer gewöhnlichen Saison dem Normalfall, ist diesen Sommer aber bemerkenswert, da die deutschen Behörden Spanien und die Balearen lange Zeit als Hochrisikogebiet eingestuft hatten. Erst vor rund zwei Wochen hat sich dies geändert.

Stornierungen und Preise höher als vor der Pandemie

Dingus weist auch darauf hin, dass das Volumen der Stornierungen um 15% höher war als 2019 und dass die Preise im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie leicht gestiegen sind. Schon jetzt seien aber auch schon die Rückgänge der Aufenthalte im September, Oktober und November – auf allen Inseln im Vergleich zu 2019 „ausgeprägter“. Deshalb zeige die Aktion der „Verlängerung der Saison“ bisher wenig Wirkung im Ausland. Dennoch fügt Jaume Monserrat, CEO von Dingus, hinzu, es sei wahrscheinlich, dass die Zahlen dank der hohen Last-Minute-Verkäufe noch weiter steigen werden“.

Der Bericht zeigt, dass in den Hotels, die an Dingus angeschlossen sind, die Buchungen von Paaren zugenommen und die von Familien abgenommen haben, verglichen mit den Vormonaten. Am meisten nachgefragt werden Reisen für 5 bis 7 Nächte.

„Das Profil des Kunden könnte mit den gesundheitlichen Einschränkungen zusammenhängen, die Kindern unter 12 Jahren auferlegt werden, um auf die Inseln zu reisen, und mit den zusätzlichen Kosten für Familien bei den Tests, die die Abwesenheit von Covid beweisen“, erklären sie.

November ohne Touristen

Der gesamte Tourismussektor hofft auf eine Verlängerung der Tourismussaison, um die Monate ohne Aktivität und ohne Einnahmen zu kompensieren. Doch Monserrat warnt, dass „im November keine touristische Aktivität zu erwarten ist, vielleicht aufgrund der Unsicherheit und Unbeständigkeit, die in dieser Saison herrschte“.

„Bei Dingus verzeichnen wir mehr Buchungen für den Sommer 2022 als für die Wintersaison auf den Balearen“, und er fügt hinzu, dass die Buchungen für den Rest des Jahres „kaum 4 % der Buchungen ausmachen, die wir für den Zeitraum von November 2021 bis August 2022 erwarten“.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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