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England ermöglicht Einreise für Geimpfte ohne Test

| von Michael Sprick

Das Vereinigte Königreich hat sein Corona-Ampelsystem neu geordnet und behält damit nur noch strenge Einreisebedingungen für Länder mit besonders hohem Risiko vor.


England ermöglicht Einreise für Geimpfte ohne Test
Tower-Bridge. Bildnachweis: Unsplash / Raul Varzar

Das Vereinigte Königreich hat sein Corona-Ampelsystem neu geordnet und behält damit nur noch strenge Einreisebedingungen für Länder mit besonders hohem Risiko vor. Für Geimpfte fällt zudem die Testpflicht weg, wie The Independent berichtet.

Einreiseerleichterung für Geimpfte

Die britische Regierung hat angekündigt, dass es ab dem 4. Oktober keine gelben Länder mehr auf der Liste der Risikogebiete geben wird. Damit geht auch einher, dass Personen, die aus Ländern wie Deutschland ins Vereinigte Königreich einreisen, keinen negativen COVID-19-Test mehr vorlegen müssen. Voraussetzung ist jedoch, dass sie vollständig geimpft sind.

Die Regelung gilt vorerst nur für England. Die Regierungen der anderen UK-Länder, Schottland, Nordirland und Wales können eigenständig über ihre Einreisebestimmungen entscheiden. Aus praktischen Gründen sind diese bisher aber den UK-Bestimmungen gefolgt, obwohl es im Juli einen kurzen Disput gegeben hatte.

Vereinfachung des Ampelsystems

Diese Änderung wird am 4. Oktober in Kraft treten, wobei „später“ auch die Test-Protokolle geändert werden sollen, sodass der bisherige obligatorische PCR-Test durch einen günstigeren und schnelleren Antigentest ersetzt werden kann. Mit der Umgestaltung des Systems werden lediglich zwei Listen eingeführt – eine neue „rote Liste“ und eine Kategorie „Rest der Welt“.

Die Tests für ungeimpfte Passagiere aus nicht-roten Ländern umfassen weiterhin Tests vor dem Abflug sowie PCR-Tests am zweiten und achten Tag. Der UK-Verkehrsminister, Grant Shapps sagte, das neue „vereinfachte“ System ziele darauf ab, „das richtige Gleichgewicht zu finden, um das Risiko für die öffentliche Gesundheit als Priorität Nr. 1 zu handhaben“.

Die derzeitige epidemiologische Ampel, die die Länder in drei Farben einteilt, wird zugunsten einer „einheitlichen roten Liste“ verschwinden. Bei Gebieten, die nicht in diese Kategorie fallen – „der Rest der Welt“, wie Shapps es ausdrückt – wird eine einheitliche Regelung gelten.

Die britischen Behörden haben sich außerdem bereit erklärt, acht Länder ab kommenden Dienstag aus der höchsten Risikogruppe zu streichen. Darunter befinden sich die Türkei, Pakistan und die Malediven. Für die als rot eingestuften Länder hat das Vereinigte Königreich ein Quarantäne- und Testsystem eingerichtet, das mehr als 2.200 Pfund (fast 2.700 Euro) pro Person kostet.

Covid-Sitatuion im Vereinigten Königreich

Die Lockerungen sind allerdings nicht die Folge einer Entspannung der epidemischen Lage im Vereinigten Königreich. Laut corona-in-zahlen.de senken sich die Infektionszahlen seit einigen Wochen zwar, doch insgesamt ist das Niveau noch sehr hoch.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 300. Das ist weit über dem Niveau in vielen anderen europäischen Staaten. So liegt die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland zurzeit bei 71. Allerdings ist die Impfquote etwas besser als in Deutschland. Die Impfquoten liegen bei 71,22% (Erstimpfung) und 65,14% (vollständi) verglichen mit 67,18% Impfquote (Erstimpfung) 63,13% (vollständig) in Deutschland.

Reisepass wird ab dem 1. Oktober ebenfalls wieder fällig

Mit dem 1. Oktober läuft zudem eine Regelung mit der EU aus, die es Bürgern der EU-Mitgliedsländer erlaubt, ohne Reisepass in das Vereinigte Königreich einzureisen.

Wie auch in übrigen Ländern muss der Reisepass ausreichend Gültigkeit verfügen, um die Gesamtlänge des Aufenthalts abdecken zu können. Ohne zusätzliches Visum dürfen EU-Bürger sich bis zu 6 Monate im Vereinigten Königreich aufhalten.

Es gibt dabei natürlich auch die üblichen Ausnahmen von EU- und Schweizer Bürgern, die langfristig im Vereinigten Königreich leben, arbeiten oder im Rahmen der Pandemie zum Beispiel als Mediziner arbeiten.

Ein sonstiger Umstand ist auch, dass Einreisende das „Passenger Locator Form“ ausfüllen müssen. Nach dem Ausfüllen erhalten Einreisende einen QR-Code, den sie den Behörden bzw. der transportierenden Fluggesellschaft vorzeigen müssen.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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