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Erklärung zum Hochrisikogebiet – Lässt sich der Urlaub stornieren?

| von Michael Sprick

Bei der Ernennung zum Hochrisikogebiet treten Bedingungen für die Rückreise nach Deutschland ein, die für manche Urlauber nicht akzeptabel sind. Wir klären über die derzeitige Lage auf.


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Leerer Flughafen. Bildnachweis: Unsplash

Eine bekannte Situation zu Corona-Zeiten: Man bucht seinen lang ersehnten Urlaub, doch kurz vor dem Abflug wird das Reiseziel zum Hochrisikogebiet. Was normalerweise Geldprobleme, Ärger und Stress zur Folge hat, kann man jedoch durch einige gute Tipps entschärfen.

Ernennung zum Hochrisikogebiet -kein pauschaler Stornierungsgrund

Zu Beginn der Pandemie zeigten sich die Veranstalter, Fluggesellschaften, Unterkünfte und Reisebüros noch sehr kulant. Inzwischen ist die Ernennung eines Landes zum Hochrisikogebiet aber kein Grund mehr für eine Erstattung. Wer Wert darauf legt, in einem solchen Fall stornieren zu dürfen, muss vor der Buchung sicherstellen, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Unternehmens dies zulassen.

Ansonsten kann man sich natürlich auf den guten Willen der Unternehmen verlassen. Da die Branche aber nach fast zwei Jahren Pandemie starkt gebeutelt ist und die Ernennung zu Hochrisikogebieten inzwischen zum Tagesgeschäft gehören, dürften die Chancen im Allgemeinen dafür eher schlecht stehen.

Rechtliche Perspektive

Es gibt ansonsten noch den Rechtsweg, wobei hier immer infrage steht, ob sich der Aufwand hierfür überhaupt lohnen würde. Eine Klagewelle ist bislang ausgeblieben. Laut aktuell gültiger EU-Rechtsprechung müssen Kosten für eine Reise, die nicht angetreten werden kann, nicht unbedingt erstattet werden. Reiserechtler sind hier unterschiedlicher Meinung.

„Außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände“ sind Grundvoraussetzung für eine kostenlose Stornierung einer Reise. Eindeutig gegeben sei diese Voraussetzung nur bei Erklärung zu Virusvariantengebieten. Eine höchstrichterliche Entscheidung ist bislang hierzu noch nicht gefallen.

Branche bietet Flex-Tarife

Da die Branche immer lösungs- und kundenorientiert arbeitet, versucht sie Kompromisse zu schaffen. Eine Lösung sind hierfür Flex-Tarife. Diese räumen entweder für einen Aufpreis ein Stornorecht ein oder der Aufpreis fällt als Gebühr bei Stornierung an. Einen Flex-Tarif zu buchen, ist besonders dann empfehlenswert, wenn ihr die Reise lange im Voraus buchen wollt.

Wie ordentlich stornieren?

Zum Stornieren der Reise genügt ein einfacher Anruf oder eine Email. Wer auf Nummer Sicher gehen will, der storniert per Post oder auch über das Onlineportal des Reiseveranstalters. Auf alle Fälle sollten sich Reisende bereits vor Antritt der Reise darüber erkundigen, was ihnen im Falle einer Stornierung zusteht. In aller Regel klären die Veranstalter sie auf Anfrage hierzu gerne umfassend auf.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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