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ETIAS: Nicht-EU-Bürger zahlen ab 2022 sieben Euro für Reisen in die EU

| von Michael Sprick

Ab nächstem Jahr soll das neue Einreisesystem der EU ETIAS gelten. Es wird sieben Euro kosten und einen Aufenthalt von 90 Tagen genehmigen.


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Flaggen vor dem EU-Kommissionsgebäude. Bildnachweis: Unsplash / Christian Lue

Die Kosten für die Antragstellung des neuen ETIAS-System betragen sieben Euro und wird Personen aus allen Ländern betreffen, die nicht Teil der Schengen-Zone sind, wie Euro News berichtet. Damit bitten die Behörden in Zukunft u.a. auch britische Staatsbürger zur Kasse.

ETIAS-System soll ab 2022 Grenzen sichern

Das neue Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (Etias) der EU soll die europäischen Grenzen gegen Menschenschmuggler und Terroristen sichern. Inzwischen wird es jedoch auch als Sicherheitsmechanismus gegen Gesundheitsbedrohungen angepriesen.

In seinen Grundzügen gleicht es dem amerikanischen ESTA-System. Es kann den langwierigeren Prozess einer Visum-Beantragung ersetzen, gilt jedoch nur für kürzere Aufenthalte.

Genaues Datum für Inkrafttreten steht noch nicht fest

In Kraft treten soll ETIAS ab einem noch nicht näher festgelegten Datum Ende 2022. Dies ist der zuletzt kommunizierte Zeitraum der Europäischen Kommission. Inzwischen sind jegliche konkreten Angaben jedoch von den offiziellen Seiten der EU und der Kommission gelöscht. Auch das ETIAS-Portal selbst nennt kein konkretes Datum.

Angekündigt ist jedoch, dass noch eine Gleitzeit von sechs Monaten geben, in der noch die alten Regelungen gelten sollen. Zur Pflicht könnte ETIAS als Ersatz für eine Visum-freien Einreise also erst ab 2023 werden. Schon zuvor soll es aber als Alternative für ansonsten Visum-pflichtige Einreisen zur Verfügung stehen.

Für ETIAS-Aufenthalte gilt die 90-Tage-Regel

Mit einer ETIAS-Genehmigung können die eingereisten Personen bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen im Schengen-Raum verweilen. Die Antragstellung kostet dabei sieben Euro. Für Minderjährige sowie für Personen über 70 ist die Antragstellung jedoch kostenlos. Bei längeren Aufenthalten ist nach wie vor ein Visum notwendig. Für viele Länder in Asien, Afrika und Südamerika steht das ETIAS-System zudem nicht zur Verfügung.

Die von den Antragstellern gemachten Angaben, einschließlich früherer strafrechtlicher Verurteilungen, werden mit Europol-Datenbanken abgeglichen. Die Behörden prüfen dabei, ob sie auf EU- und nationalen Fahndungslisten oder Überwachungslisten stehen, bevor sie eine Befreiung von der Visumpflicht gewähren.

Antragstellung in nur wenigen Minuten

Das Ausfüllen des Formulars, in dem biometrische Passdaten und Reisedaten sowie einige grundlegende Sicherheitsfragen abgefragt werden, soll nur wenige Minuten in Anspruch nehmen. Die Behörden empfehlen, den Antrag mindestens 72 Stunden vor Reiseantritt zu stellen, da es sonst zu Verzögerungen kommen kann.

In den meisten Fällen soll die Genehmigung jedoch deutlich schneller vorliegen. Sobald ein Antrag genehmigt ist, gilt er für drei Jahre. Jedoch ist dabei die oben angesprochene 90-Tage-Regelung zu beachten.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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