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COVID-19

EU erzielt Einigung beim digitalen Covid-Zertifikat

| von Michael Sprick

Die EU-Gesetzgeber haben sich auf das digitale Covid-Zertifikat geeinigt, das im Sommer den Reiseverkehr für EU-Bürger erleichtern soll.


EU erzielt Einigung beim digitalen Covid Zertifikat

Nach mehreren Tagen intensiver Verhandlungen haben die Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) eine Einigung über den sogenannten Impfpass erzielt. Dies teilte EU-Justizkommissar Didier Reynders gestern Abend über seinen Twitter-Account mit.

Einigung über das „digitale EU-Covid-Zertifikat“

Der offizielle Name des Reisepasses wird „digitales EU-Covid-Zertifikat“ lauten, eine deutliche Änderung vom ursprünglichen „digitalen grünen Pass“. Es wird eine physische und eine digitale Version geben. Dabei sollen beide über einen QR-Code funktionieren.

Der Pass wird die Gesundheitsinformationen von Reisenden enthalten. Er dokumentiert, ob sie genesen, geimpft oder negativ getestet sind. EU-Bürger können den Pass bei Bedarf erhalten. Bei geimpften Bürgern gelten aber nur die von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassenen Impfstoffe als gültig.

Bislang hat die EMA grünes Licht für Impfstoffe von Pfizer-BioNTech, Moderna, AstraZeneca und Janssen (Johnson & Johnson) gegeben. EU-Bürger, die außerhalb der Mitgliedsländer leben, können das Zertifikat ebenfalls erhalten.

Weitere Bestimmungen zum EU-Covid-Zertifikat

Die Mitgliedstaaten müssen sich verpflichten, Reisebeschränkungen für zertifizierte Reisende nur dann zu verhängen, wenn dies zum Schutz der öffentlichen Gesundheit unbedingt erforderlich ist.

Sollte ein Mitgliedstaat der Ansicht sein, dass solche Maßnahmen aufgrund der Verschlechterung seiner epidemiologischen Situation gemäß den Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) erforderlich sind, hat die betreffende nationale Regierung 48 Stunden Zeit, um die Europäische Kommission und die anderen Mitgliedstaaten über ihre Absicht zu informieren, außerordentliche Beschränkungen zu verhängen.

Abstimmung erfolgt im Juni

Das Parlament soll das Abkommen in der nächsten Plenarsitzung verabschieden, eine Debatte ist bereits für den 9. Juni geplant. Der Text wird dabei auch den EU-Rat passieren müssen, wo eine relative Mehrheit erforderlich ist. Entgegen vorherigen Festlegungen, dass der Pass spätestens zum 1. Juni bereitstünde, soll er nun gegen Ende Juni verfügbar sein.

Das COVID-Zertifikat ist kein Ersatz für einen Reisepass. Auch bisherige Dokumente wie der gelbe Impfpass oder andere Nachweise gelten weiterhin als gültige Dokumente. Nach heutigem Stand steht das Zertfiikat ein Jahr lang zur Verfügung und soll die epidemiologischen Kontrollen an Flughäfen erleichtern und beschleunigen.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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