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Familie muss bei Ryanair mehr als 1000 Euro für Flug-Umbuchungen drauflegen

| von Michael Sprick

Ryanair lässt eine Familie aus Großbritannien für Flüge nach Frankreich mehr als tausend Euro zusätzlich zahlen. Ein extremes Beispiel für die fragwürdige Preispolitik der Airline.


Familie muss bei Ryanair mehr als 1000 Euro für Flug Umbuchungen drauflegen
Boarding eines Ryanair-Flugzeugs am Berliner Flughafen. Bildnachweis Unsplash / Portuguese Gravity

The Guardian hat einen Leserbrief veröffentlicht, der einen Fall schildert, bei dem eine britische Familie 1000 Pfund (etwa 1100 Euro) zusätzlichen zahlen muss, um Flüge bei Ryanair umzubuchen. Es ist ein extremes Beispiel für die oft nicht vorhandene Kulanz und teils unverständliche Gebührenpolitik des Unternehmens.

Umbuchungen bei EasyJet liefen problemlos ab

In dem Fall des Leserbriefes von The Guardian hatte eine Familie Flüge nach Marseille im vergangenen Juli gebucht. Ein Teil der Familie tat dies über EasyJet und ein anderer Teil über Ryanair. Aufgrund der Pandemie konnte die Familie ihre Reise jedoch nicht antreten. Die Familie entschied sich also die Reisen zu stornieren.

Bei EasyJet soll das dem Leserbrief zufolge kein Problem dargestellt haben. Die Familie erhielt den Buchungsbetrag in Form eines Gutscheins zurück, den sie für den noch immer geplanten Urlaub wieder verwenden konnte. Ryanair soll die Stornierung dagegen nicht möglich gemacht haben. Die Familie musste die Flüge stattdessen umbuchen.u

Ryanair warb mit kostenloser Umbuchung

Die Krux an der Sache: Ryanair warb zuvor mit einer“Zero Change Fee“ Policy. Also der Null-Gebühren-Richtlinie bei Umbuchungen. Bei den Flügen handelte es sich jedoch um Sonderangebote, für die die Richtlinie offenbar nicht griff. Die Umbuchung kostete also um einiges mehr. Die Flüge, die zuvor 800 britische Pfund (etwa 935 Euro) gekostet hatten, sollten beim neuen Flugtermin mehr als das doppelte – nämlich 1800 Pfund (rund 2100 Euro) – kosten.

Der Journalist vom Guardian, Miles Brignall, beantwortet den Brief auch. Er weist darauf hin, dass viele Kunden sich darüber beschwerten, dass sie von der Null-Gebühren-Richtlinie nicht profitieren konnten. Er weist darauf hin, dass Ryanair eine Preispolitik mit zwei unterschiedlichen Klassen verfolgt:

„Wie wir letztes Jahr feststellten, bietet Ryanair eine zweistufige Preisgestaltung an – den Online-Preis für Neukunden und den viel höheren Preis für diejenigen, die über das Online-Portal umbuchen. Eine Erklärung dafür wurde nicht gegeben.“

Brignall gibt an, dass er nicht weiß, ob diese Praxis legal ist. Er rät bei dem Umgang mit Ryanair-Flügen aber zu folgender Vorgehenswese bei Ryanair:

„Die einfache Antwort ist, Ryanair-Flüge immer als nicht umbuchbar zu betrachten und zu akzeptieren, dass es mit ziemlicher Sicherheit billiger sein wird, einfach neue Flüge zu kaufen, wenn es hart auf hart kommt.“

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Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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