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Felsenstadt Petra – ausbleibender Tourismus sorgt für verhungernde Tiere

| von Michael Sprick

Die Pandemie hat die antike Felsenstadt Petra, Jordaniens Haupttouristenattraktion, ruiniert, die Bewohner um ihr Einkommen gebracht und ihre Tiere fast verhungern lassen.


Felsenstadt Petra ausbleibender Tourismus sorgt für verhungernde Tiere

Bei TV 5 Monde ist eine Kurz-Reportage erschienen, die den Notstand der Tourismusbranche der Felsenstadt, Petra in Jordanien beschreibt. Rund 80% der 35.000 Einwohner sind der Reportage nach direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig.

Wegbleiben der Touristen hat verheerenden Effekt

Dem Bericht nach haben die Tierhalter anhaltende Schwierigkeiten, ihre Tiere zu ernähren. Vor der Pandemie hatten die Kamele, Pferde, Esel und Maultiere noch Touristen transportiert. Mittlerweile müssten die Halter ihre Tiere zum Tierarzt bringen, um dort kostenlos Futterrationen für ihre Tiere zu bekommen.

Vor der Pandemie waren täglich noch 3000 Touristen zu der UNESCO Weltkulturerbestätte gekommen. In Zeiten der Pandemie seien es nur noch 150 bis 200 pro Touristen pro Tag.

In der Branche sind dem Bericht nach 230 Führer beschäftigt, 4000 weitere Menschen stellten den Touristen ihre Tiere als Transportmöglichkeiten zur Verfügung. Dahinter schließe sich aber auch eine massive Branche aus Hotels, Restaurants, Souvenir-Läden und weiteren Services für Besucher an.

Ganzer Tourismussektor Jordaniens betroffen

Der Tourismussektor macht in Jordanien etwa 12 bis 14% des Bruttoinlandsproduktes aus. Vor der Pandemie im Jahr 2019 beliefen sich die Einnahmen des Sektors auf 4,8 Milliarden Euro. 2020 sollen dies nur noch etwa 822 Millionen Euro gewesen sein.

Für die Beschäftigten in der Tourismusbranche reiche das Geld nicht mehr aus, um Medizin zu besorgen oder Futter für die Tiere zu kaufen. Wer noch Geld übrig hätte, würde alles für das eigene Essen ausgeben.

Es gibt auch Helfer und Pläne, den Tiertransport abzulösen

Gerettet werden viele der Tiere von einem ägyptischen Tierarzt. Es handelt sich dabei um den einzigen behandelnden Arzt Tierarzt in der Gegend. Er setzt sich auch kostenlos für die Tiere ein. Er beschreibt, dass in den letzten Monaten viele Tiere stark unterernährt zu ihm kam.

Die Verwaltung von Petra beabsichtigt viele der Tiere in Zukunft mit Elektroautos zu ersetzen, wie ein Sprecher der Verwaltung der Stadt Petras verriet. Das Geld dafür soll aus den Erlösen des bis hoffentlich bald wiederkehrenden Tourismus bezahlt werden. Die Tierhalter sollen dann diese Autos fahren, sodass es zu keinen Verwerfungen zwischen Autofahrern und Tierhaltern kommt. Bereits mit 20 E-Autos will Petra am 1. Juli beginnen.

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Von der Modernisierung erhofft sich Petra nicht nur, dass Petra sauberer wird, sondern auch, dass dies den Vorwürfen von Tierquälerei ein Ende setzen wird.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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