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Flughafen Frankfurt Hahn meldet Insolvenz an – Betrieb läuft zunächst weiter

| von Michael Sprick

Der Flughafen Frankfurt Hahn hat Insolvenz angemeldet. Dennoch läuft der Betrieb zunächst einmal weiter.


Flughafen Frankfurt Hahn meldet Insolvenz an Betrieb läuft zunächst weiter
Flughafen Frankfurt Hahn bei Nacht. Bildnachweis: Unsplash / Markus Winkler

Der hauptsächlich von Ryanair angeflogene Flughafen Frankfurt Hahn hat Insolvenz angemeldet, wie die Tagesschau berichtet. Der Flughafen im Hunsrück hat in seiner Geschichte immer wieder Probleme mit der Wirtschaftlichkeit zu tun.

Frankfurt Hahn meldet Insolvenz an

Der Grund für die Insolvenz des Franfkurter Flughafens hängt natürlich eng mit der Coronavirus-Pandemie zusammen. Nach Angaben des Geschäftsführers Christoph Goetzmann wurde der Insolvenzantrag beim Verwaltungsgericht Bad Kreuznach gestellt. Das Gericht hat Rechtsanwalt Jan Markus Plathner zum vorläufigen Verwalter bestellt, während das Unternehmen unter Zwangsverwaltung steht.

Anders als viele andere Flughäfen erhält der Flughafen Frankfurt Hahn nur begrenzte finanzielle Mittel, was auch damit zusammenhängt, dass der Flughafen größtenteils im Besitz eines privaten Investors aus China ist. Lediglich zu 17,5 Prozent gehört der Flughafen noch dem Land Hessen. Im Sommer hatte der Gerichtshof der EU entschieden, dass Flughäfen generell keine staatliche Subventionen mehr erhalten dürfen.

Chinesischer Hauptinvestor HNA kann Schulden nicht bedienen

Hauptgesellschafter des Flughafens ist der chinesische Konzern HNA, der 82,5 Prozent des Kapitals hält. Der chinesische Tourismuskonzern HNA befindet sich jedoch nicht nur wegen der Pandemie in einer schwierigen Phase. Auch wegen der Verhaftung seines Vorsitzenden Chen Feng und seines Geschäftsführers Tan Xiangdong machte der Konzern zuletzt Schlagzeilen.

Obwohl es in letzter Zeit einen Aufschwung im Frachtverkehr gab, der eine höhere Auslastung des Flughafens mit sich brachte, hatte Hahn schon lange vorher Reisende verloren. Ursprünglich ein Schlüsselflughafen für Ryanair, ist die irische Fluggesellschaft auf andere Terminals, einschließlich Frankfurt selbst, ausgewichen.

Region und Land Hessen hoffen auf neuen Investor

Manager Goetzmann sagte, dass das Unternehmen, obwohl es während der Pandemie keine staatliche Hilfe benötige und keine Arbeitsstunden abbauen müsse, in der Bilanz für 2021 einen Verlust ausweisen werde. Das Management hatte jedoch kürzlich erklärt, dass es davon ausgeht, dass der Betrieb bis 2024 profitabel sein wird. Derzeit sucht der Flughafen einen neuen Investor.

Harald Rosenbaum, Bürgermeister von Kirchberg, zu der der Regionalflughafen gehört, hofft, dass dieser aus der Region stammen wird:

„Ich hoffe jetzt, dass wir eine Lösung finden die auch in Zukunft tragfähig ist. Vielleicht muss man mal nach regionalen Lösungen suchen, dass regionale Investoren oder eine Investorengruppe sich des Flughafens annimmt.“

Der Flughafen bietet mindestens hundert Beschäftigten einen Arbeitsplatz und die Insolvenz ist daher ein herber Schlag für die Region im Hunsrück. Da Hessen eben noch Mitgesellschafter ist, muss das Land jetzt darauf drängen, dass es eine soziale Lösung für die Mitarbeiter gibt, die idealerweise im Fortbestehen des Flughafens besteht.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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