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Flugreisende laut IATA „zunehmend frustriert“ über Beschränkungen

| von Michael Sprick

Flugreisende sind laut der internationalen Luftfahrtorganisation IATA "zunehmend frustriert" über die Reisebeschränkungen von Covid-19. Sie spricht sich für mehr Freiheit für die zivile Luftfahrt aus.


Flugreisende laut IATA "zunehmend frustriert" über Beschränkungen
Flugzeug am Flughafen von Burbank. Bildnachweis: Unsplash / Owen Lystrup

Die Frustration von internationalen Flugpassagieren über die mit der Pandemie verbundenen Reisebeschränkungen steigt laut der Luftfahrtorganisation International Air Transport Association (IATA) zunehmend. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die Organisation mit 4700 Personen aus elf Ländern durchgeführt hat.

Zwei-Drittel-Mehrheit spricht sich gegen Öffnung der Grenzen aus

Die Umfrage ergab unter anderem, dass zwei Drittel von internationalen Flugpassagieren (67 %) der Meinung sind, dass die meisten Länder ihre Grenzen jetzt öffnen sollten. Das sind 12 Prozentpunkte mehr als noch bei der IATA-Umfrage vom Juni 2021.

Fast zwei Drittel (64 %) der Befragten zweifelt dabei sogar den grundsätzlichen Sinn der Grenzschließungen an. Sie sind der Meinung, dass Grenzschließungen unnötig sind und bei der Eindämmung des Virus nicht wirksam waren. Das stellt ebenfalls einen deutlichen Anstieg um 11 Prozentpunkte gegenüber der Befragung im Juni dar.

Weiterhin gaben fast drei Viertel (73 %) an, dass ihre Lebensqualität unter den Reisebeschränkungen von Covid-19 leidet. Ein Anstieg um sechs Prozentpunkte gegenüber der letzten Umfrage.

Menschen wollen „Freiheit des Fliegens“ zurück

Willie Walsh, der Generaldirektor der IATA, kommentierte: „Die Menschen sind zunehmend frustriert über die Reisebeschränkungen für Covid-19 und noch mehr sehen ihre Lebensqualität darunter leiden.“ Laut Walsh wären mit den Restriktionen hauptsächlich Versäumnisse auf familiärer, persönlicher und beruflicher Ebene verbunden, während gleichzeitig viele nicht die Notwendigkeit der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie einsähen.

Daraus schließt Walsh, dass die Menschen die „Freiheit des Fliegens“ vermissen und sie zurückwollen: „Die Botschaft, die sie an die Regierungen senden, lautet: Covid-19 wird nicht verschwinden, also müssen wir einen Weg finden, mit den Risiken umzugehen und gleichzeitig normal zu leben und zu reisen.“

Tests und Quarantänen hindern Reisepläne

Die Umfrage ergab auch, dass Quarantänemaßnahmen nach wie vor die größte Abschreckung für Flugreisen darstellen. Mehr als acht von zehn Befragten (84 %) gaben an, dass sie nicht reisen würden, wenn an ihrem Reiseziel eine Quarantäne droht. 80 % der Befragten sind der Meinung, dass geimpfte Personen die Möglichkeit haben sollten, ungehindert mit dem Flugzeug zu reisen.

Drei Viertel (75 %) gaben an, dass die Kosten für die Tests ein wesentliches Reisehindernis darstellen, und 80 % sind der Meinung, dass die Regierungen die Kosten für die Tests übernehmen sollten. Die günstigen Anti-Körper-Schnelltests sind nicht überall akzeptiert. Erst allmählich setzen diese sich im Vereinigten Königreich durch, wo die IATA ihren Hauptsitz hat. Daher ist es für Walsh wichtig, dass die Schnelltests global Anerkennung finden:

„Die Menschen sind bereit, sich testen zu lassen, um zu reisen. Aber sie mögen weder die Kosten noch die Unannehmlichkeiten. Beides können die Regierungen lösen. Die Zuverlässigkeit von Antigen-Schnelltests wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt.“

Maßnahmen sollen nicht auf unbestimmte Zeit erhalten bleiben

Seit Bestehen der Sicherheitsscans im Zuge der Anti-Terror-Maßnahmen nach 9/11 setzt sich die IATA auch zur Reduktion der Sicherheitsmaßnahmen vor Flügen auf ein sinnvolles Niveau ein. Die Maßnahmen stehen laut der IATA in keinem Verhältnis zu dem, was sie bisher erreicht hätten.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die IATA nun auch bei Tests und der Maskenpflicht. Sie befürchtet, dass diese Maßnahmen auf unbestimmt lange Zeit Teil des Flugverkehrs sein werden. Sie fordert daher die Abschaffung, sobald die Pandemie überwunden ist.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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