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Frankreich verbietet kurze Inlandsflüge

| von Michael Sprick

Der französische Staat hat am Samstag beschlossen, kurze Inlandsflüge zu verbieten. Das Verbot soll den Zugverkehr fördern und das Klima schützen.


Frankreich verbietet kurze Inlandsflüge

Gestern Abend stimmte die französische Nationalversammlung für ein Verbot von Inlandsflugstrecken, die ein Zug in weniger als zweieinhalb Stunden zurücklegen kann. Das meldete der öffentliche Sender France Info.

Neues Gesetz soll Klima schützen

Die Abstimmung erfolgte kurz nach der Beteiligung des französischen Staates an Air France-KLM. Ein solches Gesetz ist aber schon lange diskutiert und geplant gewesen. Es erfolgt im Zuge der Klimaschutz-Politik Frankreichs. Bis 2030 möchte Frankreich seine Emissionen von Kohlendioxid um 40% reduzieren.

Zuvor hatten Umweltschützer ein totales Verbot von Inlandsflügen gefordert. Auch eine höhere Grenze wurde diskutiert. Dies hätte aber bestimmte Gebiete in Frankreich verkehrstechnisch abgeschnitten. Der Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari erklärte in diesem Kontext den Sinn der nun beschlossenen Regelung.

„Wir haben [die 2,5-Stunden-Grenze] gewählt, weil 4 Stunden Gebiete isolieren würden, die oft eingeschlossen sind, wie z.B. das große Zentralmassiv. Das wäre ungerecht im Sinne der territorialen Gerechtigkeit“.

Kompromiss-Lösung hat auf beiden Seiten Gegner

In der Praxis betrifft das Verbot nur Flugrouten von Paris Orly zu den Flughäfen von Lyon, Bordeaux, Nantes und Rennes sowie von Lyon nach Marseille. Vielen Befürwortern des Verbots geht das Gesetz daher nicht weit genug. Im Parlament hat das Verbot aber auch viele Gegner, die einen ohnehin angeschlagenen Sektor nun weiter geschwächt sehen.

Das Gesetz sieht außerdem ein Verbot des Ausbaus von Flughäfen vor, wenn diese die Emissionen erhöhen. Bei Missachtung droht die Enteignung durch den französischen taat. Schrittweise müssen auf Inlandslügen nun ebenfalls Emissionen durch Gebühren kompensiert werden.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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