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Frankreich will Nachtzüge zwischen Paris und Berlin einführen

| von Michael Sprick

Nachtzüge könnten bald Paris mit den europäischen Hauptstädten verbinden. Darunter auch Berlin.


Frankreich will Nachtzüge zwischen Paris und Berlin einführen
Gare du Nord, Paris. Bildnachweis: Unsplash / Paul Fleury

Frankreichs Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari kündigte an, dass neue Strecken, insbesondere zwischen Paris und den großen europäischen Hauptstädten, eingerichtet werden könnten. Dazu gehört auch eine Strecke, die Paris mit Berlin verbinden wird, wie der Spiegel berichtet.

Frankreich baut Nachtzugnetz aus

Der französische Verkehrsminister kündigte an, das Nachtzug-Netz Frankreichs zu anderen europäischen Hauptstädten deutlich auszubauen. Er nannte neben Berlin noch Madrid, Rom, Kopenhagen und „vielleicht sogar Stockholm“ als mögliche Verbindungspunkte des französischen Nachtzugnetzes.

„Ich möchte, dass es mehr europäische Nachtzüge gibt“, teilte Jean-Baptiste Djebbari am Sonntag mit und kündigte gleichzeitig an, dass er daran arbeite, „Anfang 2022 einen Aufruf zur Interessenbekundung“ zu starten, um neue Züge zu schaffen.

Strecke Wien -Paris über München bereits eröffnet

Konkreter Anlass für die Ankündigung war dabei die Eröffnung der Nachtzüge der französischen Bahn SNCF. Die Nachtzüge fahren ab sosfortregelmäßig zwischen Paris und Briançon in den Alpen sowie Paris–Tarbes–Lourdes in den Pyrenäen. Auch die Nachtzugstrecke Wien – Paris über München startete am Montag. Sie ist jedoch eine Initiative der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB).

Die ÖBB kann in Europa als Vorreiter der Wiederaufnahme des Nachtzugverkehrs gelten. Seit Anfang der 2010er Jahre galten Nachtzüge als Auslaufmodelle. Während die meisten Bahnverbände ihre Nachtzüge verschrotteten oder verkauften, freute sich Österreich die Nachtzüge günstig aufkaufen zu können. Die ÖBB hielt an dem Konzept fest und operiert seit einigen Jahren ein engmaschiges Nachtzugnetz auch in Deutschland. Nun will Frankreich nachziehen und das Netz auch inländisch ausbauen.

„Wir haben auch ein Projekt für eine Linie, die Straßburg und Luxemburg über Metz, Nancy, Montpellier und Perpignan mit Barcelona verbinden würde“, fügte er hinzu und freute sich, „Anfang 2022“ Verfahren für neue Nachtlinien „ab 2026“ einleiten zu können.

Frankreich investiert insgesamt 800 Millionen Euro in Nachtzüge

Um den größtmöglichen Reisekomfort zu gewährleisten, will Jean-Baptiste Djebbari in brandneue Züge investieren. „Ich habe vor, dafür zu sorgen, dass neue Züge entwickelt werden“, die „zwischen 2025 und 2030 geliefert“ werden soll. Bei der Gestaltung sollen die Ingenieure und Ausstatter besonders auf Komfort achten, um den Passagieren ein möglichst angenehmen Reiseerlebnis zu ermöglichen.

Insgesamt rechnet der Minister mit einem Investitionsvolumen von „mindestens 800 Millionen Euro“ für die Bestellung von etwa 300 Wagen, etwa 30 Lokomotiven und zwei Werkstätten. Hinsichtlich der Finanzierung wünscht er sich, dass „der Staat eine oder mehrere Leasinggesellschaften einsetzt, die die Bestellung und Verwaltung der Züge übernehmen“.

Auch nationaler Ausbau der Nachtzüge

Darüber hinaus strebt die Regierung die Entwicklung von „einem Dutzend nationaler Nachtzuglinien bis 2030“ an, um Paris mit Briançon, Nizza, Rodez und Albi, Latour de Carol, Tarbes, Bayonne und San Sebastian (Spanien) oder Paris mit Perpignan, Cerbère und Barcelona zu verbinden.

Am Pariser Bahnhof Gare d’Austerlitz haben Nachtug-Passagiere der ersten Klasse bereits die Möglichkeit, kostenlos zu duschen. In Zukunft sollen auch Passagiere der zweiten Klasse diese Möglichkeit gegen einen Aufpreis haben.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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