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Fronten zwischen Bahn und GDL nach erstem Streiktag weiterhin verhärtet

| von Michael Sprick

Die Fronten zwischen GDL und der Deutschen Bahn scheinen nach wie vor verhärtet. Eine Kompromissbereitschaft scheint es vorerst nicht zu geben.


Fronten zwischen Bahn und GDL nach erstem Streiktag weiterhin verhärtet
Bahnstation Flughafen Köln / Bonn. Bildnachweis: Unsplash / Markus Winkler

Die Fronten zwischen GDL-Chef, Claus Weselsky und dem Vorstand Personal und Recht der Deutschen Bahn, Martin Seiler, scheinen nach wie vor verhärtet zu sein. Die beiden Verhandlungsführenden kamen heute Morgen beim ZDF-Morgenmagazin zu Wort.

Seiler signalisiert Verhandlungsbereitschaft, hält Forderungen aber für „überzogen“

Zum einen signalisierte Martin Seiler dabei Verhandlungsbereitschaft: „Jetzt ist miteinander gefragt, wie wir gemeinsam aus dieser schwierigen Krise herauskommen“, sagte Martin Seiler. Zum anderen bezeichnete er die Forderungen der GDL aber auch als überzogen. Er wies darauf hin, dass es im vergangenen Jahr eine Gehaltserhöhung um 2,6 Prozent gegeben habe. Dennoch sei die Bahn nun dazu bereit, die von der GDL geforderte Erhöhung um 3,2 Prozent zu akzeptieren.

GDL sieht Angebot nicht verhandelbar

Claus Weselsky, Chef der GDL, sieht das allerdings anders:

„Das Angebot, das Herr Seiler immer wieder in den Vordergrund schiebt, ist unakzeptabel“. Weselsky wies weiterhin darauf hin, dass es nur oberflächlich um die gleichen Zahlen ginge. Zwar akzeptiere die Deutsche Bahn die geforderte Erhöhung um 3,2 Prozent, will aber die Gültigkeit der Tarifverträge deutlich länger ansetzen als die GDL. Nämlich um 40 Monate statt der geforderten 28 Monate.

Das wäre gleichbedeutend mit einer Inflation von unter einem Prozent pro Jahr. Auch sieht Weselsky einen Angriff auf die Betriebsrenten der Lokomitivführer, deren Kürzung er mit 150 Euro beziffert. Zudem bestehe die Bahn auf eine Lohnerhöhung zu einem späteren Zeitpunkt als ihn die GDL fordert.

Zum Schluss zeigte der GDL-Chef auf, dass die GDL zu keinem Kompromiss bereit sei:

„Die Verhandlungen mit dem Bahnkonzern sind immer wieder gescheitert, unser Angebot ist nicht verhandelbar.“

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Die Streiks enden zwar vorerst am Freitag um zwei Uhr in der Nacht, aber könnten bei diesen verhärteten Fronten durchaus in weitere Runden gehen.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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