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Haifisch-Technologie verbessert Energieeffizienz von Lufthansa-Frachtern

| von Michael Sprick

Mit einer neuen Technologie namens AeroSHARK will die Lufthansa ihre Cargo-Flotte ausstatten. Die verbesserte Aerodynamik soll die Treibstoffeffizienz verbessern.


Haifisch Technologie verbessert Energieeffizienz von Lufthansa Frachtern

Ab 2022 wird Lufthansa Cargo alle Boeing 777-Frachter mit
AeroSHARK ausstatten, wie die Fluggesellschaft bekannt gibt. Es handelt sich dabei um eine innovative Oberflächentechnologie, die Lufthansa Technik und BASF gemeinsam entwickelt haben. Die Technologie soll die Treibstoffeffizienz verbessern. Damit stellt AeroSHARK eine wichtige Innovation dar, um die übergeordneten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Neue Oberflächentechnologie soll Energieeffizienz verbessern

AeroSHARK ist eine Oberflächenfolie, die – wie der Name verrät – die Struktur einer Haifischhaut nachahmt. Sie soll ab Anfang 2022 auf der gesamten Frachterflotte von Lufthansa Cargo zum Einsatz kommen und Flugzeuge sparsamer und emissionseffizienter machen.

Die Oberflächenstruktur aus rund 50 Mikrometer großen Schuppen (im Bericht Riblets genannt) ahmt die Eigenschaften der Haifischhaut nach und optimiert so die Aerodynamik an entscheidenden Stellen des Flugzeugs. Das hat zufolge, dass ein Flugzeug insgesamt weniger Treibstoff benötigt. Für die Boeing 777F-Frachter von Lufthansa Cargo rechnet Lufthansa Technik mit einer Verringerung des Luftwiderstands um mehr als ein Prozent.

Für die gesamte Flotte von zehn Flugzeugen bedeutet dies eine jährliche Einsparung von rund 3.700 Tonnen Kerosin und knapp 11.700 Tonnen CO2-Emissionen, was dem Wert von 48 einzelnen Frachtflügen von Frankfurt nach Shanghai entspricht.

„Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft ist ein zentrales strategisches Thema für uns“, sagt Christina Foerster, Vorständin der Deutschen Lufthansa AG und verantwortlich für Nachhaltigkeit. „Bei der Einführung umweltfreundlicher Technologien haben wir seit jeher eine führende Rolle. Die neue Sharkskin-Technologie für Flugzeuge zeigt, was starke Partner mit großer Innovationskraft gemeinsam für die Umwelt erreichen können. Das unterstützt uns bei dem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden.“

Hohe Material-Anforderungen in der Luftfahrt

Die partnerschaftliche Entwicklung mit dem Chemie-Konzern BASF ergibt sich aus den speziellen physischen Anforderungen, denen die Oberfläche eines Flugzeugs standhalten muss. Starke Schwankungen in Temperatur und Druck sowie hohe UV-Bestrahlung erfordern besonders strapazierfähige Material-Eigenschaften.

Die BASF hat daher den Schwerpunkt ihrer Entwicklung auf das Erreichen extremer Haltbarkeit und Witterungsbeständigkeit gelegt. Wichtige Kriterien für den Einsatz im Flugbetrieb sind die einfache Anwendung und Handhabung sowie die Reparaturfreundlichkeit. Dr. Markus Kamieth, Mitglied des Vorstandes der BASF, kommentiere den zukünftigen Einsatz der neuen Technologie ebenfalls:

„Die Luftfahrtindustrie steht vor ähnlichen Herausforderungen wie die Chemieindustrie: Der Klimaschutz muss trotz hohem Energiebedarf weiter vorangetrieben werden. Durch die enge Zusammenarbeit und die erfolgreiche Kombination unseres Know-hows im Oberflächendesign und in der Aerodynamik ist es uns nun gelungen, einen großen Schritt nach vorne zu machen. Dies ist ein hervorragendes Beispiel für gelebte Nachhaltigkeit, die durch partnerschaftliche Zusammenarbeit und innovative Technologien erreicht wird“.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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