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Heathrow erwarten 41 Streiks im April

| von Michael Sprick

Heathrow stehen im April ganze 41 Streiks bevor. Die Gewerkschaft Unite wirft der Flughafenleitung "Gier" und fragwürdige Sparmaßnahmen in der Corona-Krise vor.


Heathrow erwarten 41 Streiks im April

Die Gewerkschaft Unite hat für dieses Frühjahr bis zu 41 Streiks am Flughafen Heathrow angekündigt. Dies ist Teil eines erbitterten Streits über vorgenommene Entlassungen und Neueinstellungen von Mitarbeitern.

Entlassen, wiedereinstellen und Gehälter kürzen

Die Gewerkschaft behauptet, dass die Löhne der Beschäftigten gekürzt und die Arbeitsbedingungen verschlechtert wurden. Dabei hätte der Flughafen viele seiner Angestellten gekündigt und wieder neu angestellt. Gleichzeitig hätte der Konzern Gehälter um bis zu 25% gekürzt.

Laut Unite sei die Flughafen-Leitung dabei von Gier und nicht von Notwendigkeit gesteuert (greed not need). Hätte es sich um eine Sparmaßnahme im Zuge der Corona-Krise gehandelt, wären die Lohnkürzungen temporär und nicht permanent.

Die Beschäftigten haben Lohnkürzungen von bis zu 8.000 Pfund (9.350 Euro – 25 Prozent ihres Verdienstes) hinnehmen müssen und berichten, dass sie infolgedessen gezwungen waren, sich zu verkleinern, in billigere Gegenden zu ziehen oder ihr Auto aufzugeben.

Der regionale Koordinator von Unite, Wayne King, sagte: „Der Streik ist vermeidbar, doch Heathrow hört nicht zu. HAL hat diese Lohnkürzungen in einem atemberaubenden Tempo durchgesetzt, sodass Tausende von Arbeitnehmern kurz vor Weihnachten weniger Lohn bekommen haben.“

Flughafenleitung hält dagegen

Ein Heathrow-Sprecher sagte dagegen: „Jeder Kollege hat das neue Angebot angenommen, das über dem Marktpreis und dem London Living wage bezahlt wird. Niemand wurde entlassen und wieder eingestellt, und tatsächlich haben 48 Prozent keine Veränderung oder eine Gehaltsverringerung erfahren.“

„Darüber hinaus haben wir für alle Kollegen einen Sanierungsanreiz eingeführt, der eine Belohnung vorsieht, wenn sich der Flughafen in zwei Jahren ausreichend erholt hat. Trotz der Verluste von über 2 Milliarden Pfund seit Beginn der Pandemie hat unser Ansatz Arbeitsplätze geschützt und große Mengen an betriebsbedingten Kündigungen vermieden.“

„Durch die Streiks droht dem Unternehmen unnötigerweise weiterer Schaden, aber wir haben dennoch umfangreiche Notfallpläne aktiviert, die den Flughafen über die Streiktage hinweg offen und sicher halten werden.“

Streiks von Anfang bis Ende April

Die Streiks werden am Freitag, den 2. April, beginnen und es wird 41 Streiks über einen Zeitraum von 23 Tagen geben. Der letzte Streik ist für Sonntag, den 25. April geplant. Die Streiks betreffen immer nur einen Bereich des Flughafenbetriebs. Nämlich die Bereiche Technik, luftseitiger Betrieb, landseitiger Betrieb, Feuerwehr, Flughafensicherheit und den zentralen Terminalbetrieb. Die Streiks für jeden Bereich dauern sieben jeweils sieben Tage an.

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Der größte Flughafen Britanniens hat versucht, die Kosten zu senken, nachdem die Passagierzahlen auf das Niveau der 1960er Jahre zurückgefallen sind.

Die Corona-Krise hat auch bei vielen anderen Fluggesellschaften zu Spannungen mit Arbeitgebern oder dem Sozialstaat geführt. So zum Beispiel zwischen SWISS und der Gewerkschaft Aeropers. In Deutschland erhalten zudem Ryanair-Mitarbeiter kein Kurzarbeitergeld. Die Vereinigung Cockpit setzt sich außerdem für eine staatliche Anerkennung des Pilotenberufs ein, die fehlende Anerkennung führe zu Schwierigkeiten bei Sozialleistungen und der Arbeitssuche.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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