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Hoteliers in Italien protestieren gegen Auslandsreisen

| von Michael Sprick

Hunderte italienische Hoteliers haben die Telefonleitungen der Behörden gestürmt, um dagegen zu protestieren, dass Rom touristische Reisen außerhalb des Landes toleriert, während Reisen innerhalb der Halbinsel verboten sind.


Hoteliers in Italien protestieren gegen Auslandsreisen

Wegen der geltenden Anti-Covid-Restriktionen „kann ich meine Gemeinde nicht verlassen, aber ich kann auf die Kanarischen Inseln fliegen, das ist absurd“. Und das während „85% der Hotels in Italien gezwungen sind, geschlossen zu bleiben“, beklagte der Präsident der Vereinigung der italienischen Hoteliers, Federalberghi, Bernabo
Bocca. „Die Hoteliers haben den Eindruck, dass man sich über sie lustig macht. Die Regeln müssen respektiert werden, aber sie müssen für alle gleich sein … sonst stirbt der italienische Tourismus“, sagte er in einem Interview mit dem Corriere della Sera.

Keine Öffnungsperspektive

Generell sind Reisen in Europa erlaubt. Die Europäische Kommission und die EU-Gesundheitsbehörde vertreten dabei selbst die Vorgabe, dass Reisen innerhalb der EU erlaubt bleiben sollen. Um ins Ausland zu reisen, „muss man nur bei der Ausreise und bei der Rückkehr einen Covid-Test machen (…) Und das machen sich andere Länder zunutze. … Spanien sagt ‚komm zu uns‘ und Griechenland bereitet sich schon seit Monaten auf den Sommer vor“, fuhr Bocca fort. Was die Öffnungsperspektive angeht, stehen die deutschen Hoteliers vor einer sehr ähnlichen Situation. In Italien „hatten wir Covid-Tests in Hotels bei der Ankunft und Abreise vorgeschlagen, aber das wurde abgelehnt“, beklagt der Verbandschef.


Auch einheimische Touristen „ans Ausland verschenkt“

„Ohne ein klares Signal“ von den italienischen Behörden „gehen die Touristen woanders hin, wir verschenken unsere Touristen ans Ausland“, unterstreicht Bernarbo Bocca. Spaniens Badeorte bereiten sich darauf vor, viele deutsche Touristen zu Ostern zu empfangen, trotz der Aufrufe der Regierung untter Angela Merkel, nicht zu reisen. Italien, das fünftgrößte Reiseziel der Welt, wird 2020 nur 25,53 Millionen ausländische Besucher empfangen, 60 % weniger als 2019. Die Einnahmen des Landes aus dem internationalen Tourismus sind laut der Bank von Italien von 44,3 Milliarden Euro im Vorjahr auf 17,45 Milliarden Euro im Jahr 2020 gesunken.

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Der Inlandstourismus wird durch die Maßnahmen, die zu Ostern beschlossen wurden, weiter gebremst. Für die Osterzeit, vom 3. bis 5. April, wurde ganz Italien als „rote Zone“ mit sehr starken Reisebeschränkungen eingestuft. Schon die strikten Beschränkungen zu Weihnachten frustrierten die Italiener stark.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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