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IATA: Neustart dringend – “Geldverbrennung” geht weiter

| von Michael Sprick

Laut der International Air Transport Association (IATA) ist ein Neustart dringend erforderlich, um die "Geldverbrennung" in der Flug- und Reisebranche zu verhindern.


IATA: Neustart dringend “Geldverbrennung” geht weiter

Die International Air Transport Association (IATA) hat einen neuen Bericht über den Flugmarkt veröffentlicht. Im Analyse-Teil zeigt dieser, dass die Flugindustrie voraussichtlich das ganze Jahr 2021 wieder ein Minus verbuchen wird. Daher empfiehlt die IATA, dass ein Neustart dringeng nötig sei, um die „Geldverbrennung“ zu verhindern.

Eine frühere Analyse (November 2020) deutete darauf hin, dass die Fluggesellschaften im vierten Quartal 2021 in die Gewinnzone kommen würden. Auf Branchenebene wird nun erwartet, dass die Fluggesellschaften erst im Jahr 2022 einen positiven Cashflow erzielen werden.

Die Schätzungen für den Cash-Burn im Jahr 2021 haben sich auf 75 bis 95 Mrd. USD erhöht, während zuvor 48 Mrd. USD erwartet wurden. Die folgenden Faktoren spielen in diese Schätzung hinein:

Schwacher Start für 2021

Die neue Analyse stellt fest, dass die Einschätzung der ersten Hälfte des Jahres 2021 zuvor zu optimistisch ausfiel. Hier waren die Auswirkungen neuer Virus-Varianten ein zuvor unbekannter Faktor. Sie haben dazu geführt, dass Regierungen ihre Maßnahmen zunächst verschärft statt gelockert haben.

Optimistisches oder pessimistisches Szenario für den Rest des Jahres?

Ein optimistisches Szenario sieht eine baldige Aufhebung der Reisebeschränkungen vor. Zumindest wenn diese in den Ländern geschieht, deren Risikogruppen weitestgehend geimpft sind. Aber selbst im optimistischen Szenario liegt die Nachfrage nach Urlaubsreisen gerade einmal bei 38% von 2019.

Im pessimistischen Szenario erhalten Regierungen von nördlichen Ländern die Maßnahmen dagegen über den Sommer aufrecht. Das könnte die Nachfrage gegenüber 2019 auf 33% sinken lassen. In beiden Fällen würde die Flugbranche aber weiterhin einen negativen Cashflow erzielen. Der Unterschied macht aber immerhin 51 Mrd. Euro aus. Im optimistischen Szenario verliert der Flugsektor 27 Mrd. Euro im pessimistischen dagegen 78 Mrd. Euro. Daraus schließt Generaldirektor und CEO der IATA, Alexandre de Juniac, dass weiter Hilfen notwendig sein werden:

„Es werden weitere Nothilfen von Regierungen nötig sein. Eine funktionierende Flugindustrie kann schließlich die wirtschaftliche Erholung von der Pandemie ankurbeln. Aber das wird nicht passieren, wenn es massive Ausfälle gibt, bevor die Krise endet.”

De Juniac weist daher auch auf die Notwendigkeit hin, die Grenzen wieder zu öffnen:

“Wenn Regierungen nicht in der Lage sind, ihre Grenzen zu öffnen, werden wir sie brauchen, um ihre Brieftaschen mit finanzieller Hilfe zu öffnen, um die Fluggesellschaften lebensfähig zu halten“, sagte Alexandre de Juniac, Generaldirektor und CEO der IATA.

Grundriss für Neustart

Daher skizziert die IATA auch Grundlinien für den Neustart. Sie sieht drei wichtige Schritte vor. Der erste besteht in einer gründlichen Planung der Aufhebung der Beschränkungen. Hier erwähnt die IATA den Plan Großbritanniens als “Best-Case”. 

Im zweiten Schritt seien Gesundheitspässe von entscheidender Bedeutung. Hier weist die IATA auf ihren eigenen Reisepass hin. Verschiedene Fluggesellschaften testen den Pass bereits.

Der dritte Schritt sieht dagegen ein gründliches Testregime und die weitere Vornahme von Impfungen vor. Bei der Erstellung der Impfpässe sei auch die Aufzeichnung und Übertragung der Daten von bereits Geimpften in neue Systeme.

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Michael Sprick
Autor: Michael Sprick

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.