Reisenews » IATA unterstützt EU-Covid-Zertifikat als Vorbild für weltweiten Standard

IATA

IATA unterstützt EU-Covid-Zertifikat als Vorbild für weltweiten Standard

| von Michael Sprick

Die IATA empfiehlt das digitale Covid-Zertifikat nach rund zwei Monaten in der Praxis als Vorbild für einen weltweiten Standard. Er habe Vorteile für die Flugindustrie und ist zudem noch Datenschutz-konform.


IATA unterstützt EU Covid Zertifikat als Vorbild für weltweiten Standard
Scannen eines QR-Codes. Bildnachweis: Unsplash / Claudio Schwarz

Kaum zwei Monate nach seiner Einführung befürwortet die International Air Transport Association (IATA) eindeutig das digitale Covid-19-Zertifikat der EU für die Flugindustrie. Der Verband schlägt das Zertifikat als Vorbild für einen weltweiten Standard vor.

Digitales Covid-Zertifikat der EU soll als Vorbild für andere Länder gelten

In einer Pressemitteilung vom 26. August beglückwünschte der internationale Luftverkehrsverband die Europäische Kommission zur Entwicklung und Umsetzung des digitalen Covid-Zertifikats. In Ermangelung eines globalen Standards sollte dies als Modell für andere Länder dienen, um das Reisen zu erleichtern, so der Verband.

Es gäbe viele Vorteile des digitalen Covid-Zertifikats. Zu nennen ist zum Beispiel sein Format, da er sowohl in Papierform als auch digital nutzbar ist. Damit können ihn auch ältere Menschen oder Menschen, die bewusst auf ein Smartphone verzichten. Sein integrierter QR-Code sei dagegen für die Kontroll-Instanzen einfach zu benutzen. Über ihn seien wesentliche Informationen schnell abrufbar.

Zudem enthalte er eine digitale Signatur, die die Authentifizierung des Zertifikats ermöglicht. Ein weiteres Argument für seine Nützlichkeit sei die Interoperabilität über die einzelnen Länderstandards hinaus. Dies funktioniert über ein gemeinsames Gateway, das die unterschiedlichen Versionen des Zertifikats auf einen Standard bringt.

Abkommen mit Drittländern

Derzeit verwenden 27 EU-Mitgliedstaaten wird das digitale EU-Impfzertifikat. Es gibt bereits einige Gegenseitigkeitsvereinbarungen mit den Impfzertifikaten anderer Staaten. Darunter befänden sich aut IATA zum Beispiel die Schweiz, die Türkei und die Ukraine. Da es keinen einheitlichen globalen Standard für digitale Impfbescheinigungen gibt, versuchen bis zu 60 weitere Länder, die Merkmale des digitalen Covid-Zertifikats der EU für ihre eigene Zertifizierung zu nutzen, so der Verband weiter.

Das europäische digitale Covid-Zertifikat „ist ein ausgezeichnetes Modell, da es den neuesten Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation entspricht und die volle Unterstützung des IATA Travel Pass hat“, schließt die Iata, die „der Europäischen Kommission und allen anderen interessierten Staaten ihre Zusammenarbeit anbieten möchte, um das (Zertifikat) weiter in die Prozesse der Fluggesellschaften zu integrieren, um ein sicheres und nahtloses Passagiererlebnis zu gewährleisten.“

Wie steht es um den Datenschutz bei den digitalen Covid-Zertifikaten?

Mittlerweile ist Datenschutz glücklicherweise ein wichtiges Thema in der europäischen Politik. Nicht zu guter Letzt auch dank der guten Arbeit von Politikern der Piratenpartei, die nur einen kleinen Teil der Fraktionen ausmachen, aber in ihren Kerngebieten dafür hervorragende Arbeit liefern. Zu ihnen gehört zum Beispiel der Politiker Patrick Breyer. Dieser blickte bereits im Juni erfolgreich auf die Mitwirkung seiner Fraktion beim digitalen Covid-19-Zertifikat zurück:

“Wir konnten durchsetzen, dass das Zertifikat hohen Ansprüchen an den Datenschutz genügt. Daten auf dem Zertifikat dürfen nicht gespeichert werden, wenn es gescannt wird, und Reisebewegungen können nicht nachverfolgt werden. Es gibt ein Wahlrecht zwischen digitalem und Papierzertifikat. Es wird kein Sammelpass angelegt, sondern jeder Test und jede Impfung wird separat bescheinigt.“

Allerdings merkte er auch an, dass eine mögliche Schwachstelle die zentral und auf nationaler Ebene bestehenden Impfregister seien:

„Leider können die Mitgliedsstaaten nach ihrer Wahl weiterhin nationale zentrale Impfregister betreiben, obwohl diese der Zweckentfremdung Vorschub leisten und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung widersprechen.“

In Deutschland gibt es kein zentrales Impfregister. Ein Nebeneffekt dieses Umstandes ist, dass das Covid-19-Zertifikat in Deutschland nicht fälschungssicher ist. Denn bei der Digitalisierung des Impfpasses muss lediglich ein gelber Impfpass vorgelegt werden, der selbst gefälscht werden kann.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

Erhalte jeden Tag alle Neuigkeiten: