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„Ich weinte vor Hunger“ – Walisische Touristin berichtet von Quarantäne-Hotel auf Mallorca

| von Michael Sprick

Die BBC berichtet über den Aufenthalt im Quarantäne-Hotel auf Mallorca einer 22-jährigen walisischen Touristin. Sie berichtet von massiver Unterversorgung.


"Ich weinte vor Hunger" Walisische Touristin berichtet von Quarantäne Hotel auf Mallorca
Symbolbild. Bildnachweis: Unsplash / Sharon McCutcheon

Die BBC hat einen persönlichen Bericht von einer walisischen Touristen in einem Quarantäne-Hotel von Mallorca veröffentlicht. Die 22-jährige Studentin namens Sophie Burdge hat sich im Urlaub auf Mallorca mit dem Virus angesteckt.

Positiver Test überrascht vor Abreise

Sie plante bereits ihre Abreise, als sie ihr positiver Corona-Test sie überraschte und die Pläne auf den Kopf stellte. Sie musste sich anschließend in das Hotel Bellver in Palma begeben. Es ist dasselbe Hotel, das zuvor schon wegen spanischen Schülern in den Medien war, die versuchten aus dem Hotel auszubrechen.

Man sagte ihr, sie solle sich nicht von ihrem Aufenthaltsort (offenbar dem Flughafen) entfernen, sie würde abgeholt werden. Das geschah aber erst einen Tag später. Nach genau 24 Stunden, wie aus dem Bericht der BBC hervorgeht.

Studentin wurde nicht mit Essen versorgt

Nach ihrer Aussage sagt sie, dass sie nicht gegessen habe, weil sie so spät abgeholt wurde. Auch am Abend, an dem sie das Hotel erreichte, erhielt sie keine Nahrun. Das Personal erklärte ihr, dass sie zu spät im Hotel angekommen sei und die Küche bereits geschlossen habe.

Schließlich bestellte sie etwas bei McDonald’s an, um sich eigenständig etwas zu essen zu besorgen. Aber das Personal behielt die Lieferung ein. Sie bestellte abermals und auch dieses Mal konnte der Lieferdienst das Essen nicht abliefern.

Unterversorgung an Essen, Wasser, Medikamente und Hygiene

„Ich habe vor Hunger geweint“, berichtet Burdge. Die BBC lässt die Studentin aus Wales in eigenen Worten von ihrem Erlebnis berichten:

„In der ersten Nacht im Hotel hatte ich kein Wasser. Ich rief und rief mehrmals nach Wasser, ich habe sogar um Wasser geweint“, fügt sie hinzu. „Es gab keine Wäsche. Ich musste mein Höschen im Waschbecken waschen“. „Andere Hotelgäste reichten sich gegenseitig Essen mit Seilen aus Laken. Der Fernsehsender veröffentlichte ein Foto, auf dem ein Paket zu sehen ist, das an einem Laken hing.

Die junge Frau sagt, ihr seien auch Medikamente für eine psychische Erkrankung ausgegangen und sie habe keinen Arzt aufsuchen dürfen.

Statement des Hotels

Der Fernsehsender lässt auch eine Gegendarstellung des Hotels zu:

„Der Betrieb ist hygienisch (eher mit dem eines Krankenhauses als mit dem eines Hotels vergleichbar), und daher werden die Mahlzeiten (vier am Tag) von der Krankenhausgastronomie unter Aufsicht von Diätassistenten des Krankenhauses serviert.“

„Die Gäste/Patienten dürfen Mahlzeiten (sowie andere Grundnahrungsmittel) außerhalb des Krankenhauses bestellen, aber keine Fertiggerichte, wie es der Arzt verordnet hat.

„Das Personal unseres Unternehmens verwaltet nur das Inventar der Zimmer, wir reagieren auf den Kunden/Patienten und dienen als ‚Bindeglied‘ zwischen den verschiedenen beteiligten Akteuren“.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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