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Irische Reisebüros: „Ryanair schuldet 20 Millionen Euro an Rückerstattungen“

| von Michael Sprick

Ryanair schuldet laut der irischen Reisebüro Vereinigung (ITAA) Kunden rund 20 Millionen Euro an Rückerstattungen.


Irische Reisebüros: "Ryanair schuldet 20 Millionen Euro an Rückerstattungen"

Reisebüros in Irland berichten von anhaltenden Problemen bei der Ausstellung von Rückerstattungen an Kunden, die sie bei der Budget-Airline Ryanair gebucht haben. Das berichtete die Irish Times.

Laut Aussagen von Ryanair-Chef, Michael O’Leary, hätte jeder Kunde, der eine Rückerstattung angefordert habe, diese bereits erhalten. Es ist nicht die einzige Aussage O’Learys, die für Aufsehen sorgte. Er sei zum Beispiel auch der Ansicht, dass es nach Impfungen für gefährdete Gruppen „keine Notwendigkeit mehr für Reiseeinschränkungen“ gäbe.

Geisterflüge und unehrlicher Umgang mit Kunden

Die Irish Travel Agents Association (ITAA) forderte Ryanair dazu auf, „ehrlich und wahrheitsgetreu“ mit den Kunden umzugehen. Sie sagte, dass die Handlungen des Unternehmens sowohl stationäre als auch Online-Reisebüros in Schwierigkeiten bringt. Die ITAA ist eine Vereinigung, die die Interessen der irischen Reisebüros vertritt.

Die ITAA kritisierte „Geisterflüge“, die Ryanair „seit Beginn der Pandemie“ durchführe. Bei diesen Flügen seien wenig oder gar keine Passagiere an Bord. Ryanair soll diese Flüge durchführen, damit Kunden keinen Anspruch auf Rückerstattung haben, weil der Flug eigentlich stattfand.

„Den Kunden wird stattdessen angeboten, ihren Urlaub zu verschieben oder einen Gutschein von der Fluggesellschaft zu erhalten“, bemängelte die ITAA. Die ITAA selbst sei der Meinung, dass „nach den aktuellen Empfehlungen der Regierung in Bezug auf nicht lebensnotwendige Reisen diese Flüge storniert werden sollten und der Verbraucher eine Rückerstattung erhalten sollte.“

Ryanair 20 Millionen Euro schuldig an Rückerstattungen

Die ITAA sagte stellvertretend für ihre Mitglieder aus, dass tausende von diesen Forderungen an Ryanair geschickt haben, um ihren Kunden mit betroffenen Flugbuchungen eine Rückerstattung zu gewähren. Dabei halte die Fluggesellschaft Rückerstattungen für Reisebüros und Kunden gleichermaßen zurück. Die ITAA machte die Aussage, dass Ryanair insgesamt „etwa 20 Millionen Euro“ an Rückerstattungen schuldig ist.

Die ITAA befindet sich in Gesprächen mit der Kommission für Flugverkehrsregelung (CAR), dem irischen Verkehrsministerium sowie mit Ryanair selbst. Ziel sei es, eine Lösung für die verursachten Probleme zu finden.

Pat Dawson, Geschäftsführer der ITAA, sagte: „Wir wollen mit Ryanair zusammenarbeiten, um den Kunden die Rückerstattung zu ermöglichen. Aber wir müssen uns an die Mechanismen von Ryanair halten, die umständlich sind.

„Wir respektieren und schätzen unsere Kunden und fordern die Commission for Aviation Regulation (CAR) und das Verkehrsministerium auf, mit der ITAA zusammenzuarbeiten, um die Rückerstattungen für die bedrängten Verbraucher so schnell wie möglich zu sichern.“

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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