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Israel: Regierung rät Tourismus-Beschäftigten zum Branchenwechsel

| von Michael Sprick

Nach fast zwei Jahren Pandemie stellt die neue Regierung Israels der eigenen Tourismus-Branche düstere Aussichten. Die touristische Branche Israels könnte sich damit massiv verändern.


Israel: Regierung rät Tourismus Beschäftigten zum Branchenwechsel
Leerer Strand bei Tel Aviv. Bildnachweis: Unsplash / Levi Mair

Seit 2020 stört Corona die Geschäftsbedingungen weltweit erheblich. Dies betrifft Gastronomie, Fitnesscenter. Im besonderen Maße ist aber auch die Tourismusbranche betroffen, wie Israel Heute berichtet. Reisebeschränkungen, Schließungen von Hotels, Kneipen und Restaurants, wie auch Zutrittskontrollen im Sinne von 1G, 2G, etc. haben ihre tiefen Spuren hinterlassen. Israel ist hierbei besonders schwer betroffen.

Israel und die Tourismusflaute

In mehreren Anläufen hat das Land bereits versucht, sich wieder für den Tourismus zu öffnen. Infektionswellen, Delta- und Omikron-Variante haben die Regierung aber immer wieder veranlasst, Öffnungs- und Lockerungsschritte zurückzunehmen. Die Impfkampagne verlief trotz anfänglich sehr hohen Impfquoten letztendlich mäßig erfolgreich. Mit einer Impfrate von 62,5 % laut corona-in-zahlen.de, ist die Impfquote inzwischen aber deutlich niedriger als in Deutschland (70,1%). Zurzeit liegt die Inzidenz in Israel bei 48,2. Dennoch verschließt sich das Land wieder als Präventionsmaßnahme gegen die Verbreitung der Omikron-Variante.

Israel und seine Tourismusprobleme

Israel war als Reiseziel schon seit jeher bei Touristen aus aller Welt sehr beliebt. Zu Bestzeiten reisten vier Millionen Besucher pro Jahr ins Heilige Land, zu Corona-Zeiten waren es teilweise nur mehr 200.000 im Jahr. Diese Zahl wird umso erschreckender, wenn man bedenkt dass in Israel auch ungefähr dieselbe Anzahl an Menschen in der Tourismusbranche beschäftigt ist.


Zudem wird auch das Finden von Ersatz schwer. Denn nur wenige Menschen wollen in einer Branche anfangen, in der ihnen nicht garantiert werden kann, dass sie auch in einigen Monaten noch Arbeit haben. Durch Lockdowns und Reisebeschränkungen werden so nicht nur Touristen, sondern auch diejenigen, die sie beherbergen und bewirten sollen, verschreckt.

Regierung will „Tourismus opfern“

Da die Pandemie weiterhin anhält, und auch nicht mit Besserung zu rechnen ist, ist die Zukunft des Fremdenverkehrs starken Ängsten unterworfen. Israels Regierung ist bereit „den Tourismus zu opfern“, wie die Verkehrsministerin Merav Michaeli sich ausdrückte.

Bisher verfolgte Israel den Ansatz, die Tourismusbranche durch Zuschüsse zu erhalten. Finanzminister Avigdor Liberman erklärte, dass dies in Zukunft nicht mehr der richtige Weg sei:

„Der Tourismus ist von vier Millionen Besuchern pro Jahr auf nur noch 200.000 zurückgegangen. Selbst die optimistischsten Prognosen gehen davon aus, dass wir im Jahr 2025 nur noch weniger als eine Million Touristen haben werden. Wir können nicht wie die vorherige Regierung sein und einfach Geld an jeden verteilen, der seine Hand hebt“, betonte Liberman. „Jemand muss es sagen: Reiseveranstalter und Reiseleiter sollten den Beruf wechseln.“

Wie geht es für den Tourismus in Israel weiter?

Die Verkehrsministerin Michaeli stellte aber bereits ein Übergangsgeld in Aussicht, um Tourimusarbeitern die Abwanderung in andere Branchen zu erleichtern. Dennoch haben Mitarbeiter der Tourismusbranche harte Zeiten hinter sich, und noch schwerere vor sich.

Viele Angestellte in der Touristikbranche suchen sich bereits andere Berufe, doch dürfte es schwer werden, den Großteil von ihnen zeitgerecht unterzubringen. So muss sich Israel darauf einstellen, bald viele zehntausende Arbeitslose aus einer ehemals boomenden Branche versorgen zu müssen.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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