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Italien: 5 Millionen Stornierungen für die Weihnachts- und Neujahrsferien

| von Michael Sprick

In Italien sorgt die jüngste Infektionswelle für rund 5 Millionen Stornierungen und Abbrüche von Reisen während der Weihnachts- und Neujahrsferien.


Italien: 5 Millionen Stornierungen für die Weihnachts und Neujahrsferien
Venedig. Bildnachweis: Unsplash / Steven van Deursen

In Italien sorgt die Corona-Welle, die besonders durch die Omikron-Variante wieder an Fahrt gewinnt, für Stornierungen. Rund 25 Millionen Italiener wollten über die Feiertage verreisen. Rund 5 Millionen sollen ihre Reise storniert bzw. abgesagt haben, wie Italia Tavola berichtet.

Arbeitgeberverband bittet um finanzielle Hilfe und Milderung der Maßnahmen

Der italienische Arbeitgeberverband Confcmmercio hat davor gewarnt, dass die Zahlen für den Tourismus im Land „katastrophal“ sind. Allein für die Weihnachts-, Neujahrs- und Dreikönigsfeiertage (6. Januar) haben bereits 5 Millionen der 25 Millionen Italiener ihre Reise storniert. Weitere 5,3 Millionen sollen ihre Urlaubstage gekürzt oder Reiseziele in der Nähe ihres Heimatlandes gewählt haben.

Der Arbeitgeberverband bittet in diesem Zusammenhang um Hilfe. Dies betrifft sowohl finanzielle Hilfe als auch eine Abmilderung der von der Regierung auferlegten Maßnahmen. Dies betrifft die Verpflichtung für Reisende, Tests oder das COVID-Zertifikat mitzuführen.

Italien weiterhin stark von der Krise betroffen

Nach Daten von Istat und Bankitalia wird Italien 2021 mit einem Verlust von mindestens 60 Millionen Ankünften und 120 Millionen Übernachtungen. Im Vergleich zu 2019 werden Italiener zudem 13 Millionen weniger Auslandsreisen unternehmen.

„Die Covid-Krise wirkt sich zunehmend auf die gesamte touristische Wertschöpfungskette aus, und Tausende von Unternehmen, insbesondere Hotels, Reiseveranstalter und Reisebüros, sind tatsächlich von der Schließung bedroht. Die bisher von der Regierung bereitgestellten Mittel reichen nicht aus, wir brauchen mehr Unterstützung und dringend die Ausweitung des Entlassungsfonds und angemessene Steuermoratorien“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbands, Carlo Sangalli.

Reiseverhalten in Italien noch stark zurückhaltend

Die Daten einer Umfrage von Confcommercio zeigen, dass sechs von zehn Personen zu Weihnachten höchstens zwei Tage außer Haus verbracht haben (ohne ihre Region zu verlassen). Zudem sind nur 5 % außerhalb Italiens gereist. Die Daten stellen fest, dass „die Prognose für Auslandsreisen niedrig bleibt“. Nur 8 % der Befragten zu dieser Zeit ins Ausland reisen, verglichen mit 20 % in den Jahren vor der Pandemie.

„In dieser Situation wird die mögliche Erholung des Tourismus auf den Sommer 2022 verschoben, was bedeutet, dass wir weitere Monate und fast 30 Monate seit Beginn der Krise warten müssen“, so Confcmmercio.

Verband fordert Erweiterung für Hilfefonds für betroffene Branchen

Angesichts dieser Realität, so die Unternehmer, „ist es klar, dass die Regierung diese Teile der touristischen Wertschöpfungskette unterstützen muss, indem sie Maßnahmen zur sozialen Absicherung ohne Kostenerhöhung für die Unternehmen und zum Zugang zu Krediten ergreift“. Aber der Verband fordert auch steuerliche Beihilfen und „einen nicht rückzahlbaren Fonds für die erlittenen Verluste“.

Unter anderem fordert der Confcommercio „dringend und nachdrücklich“ die Verlängerung des Entlassungsfonds für Arbeitnehmer,die aufgrund der gesundheitlichen Notlage arbeitslos sind. Sie soll am 31. Dezember auslaufen und sie bitten um eine Verlängerung bis mindestens Juni.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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