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Jugendlicher erhält 65.000 Euro von Airline nach Verbrennung durch heißen Tee

| von Michael Sprick

Ein Jugendlicher hat von einer Airline 65000 Euro erhalten, nachdem er 2017 Verbrennung durch heißen Tee erhalten hat.


Jugendlicher erhält 65.000 Euro von Airline nach Verbrennung durch heißen Tee

Ein Jugendlicher hat von Turkish Airlines eine Auszahlung in Höhe von 65.000 EUR erhalten. Es ist eine Ausgleichszahlung für eine Verbrennung, die das Kabinenpersonal der Airline durch das Verschütten von heißem Tee verursacht hat.

Vorfall geschah bei Flug von Dublin nach Istanbul

Ein Richter des High Court in Dublin hätte das Urteil zu dem Vorfall von 2017 gefällt. Letzten Endes kam es aber zu einer außergerichtlichen Klärung des Falls. Emre Karakaya, damals 13 Jahre alt, war mit Turkish Airlines von Dublin nach Istanbul gereist, als er Verbrennungen durch den heißen Tee erhielt.

Der heute 17-Jährige brachte die Klage gegen die Fluggesellschaft durch seine Mutter ein. Sie teilte dem Gericht eidesstattlich mit, dass ihr Sohn nach dem Unfall einen Facharzt für plastische Chirurgie aufsuchen musste.

Vorfall hat „bleibende und auffällige Narben hinterlassen“

Karakayas Verletzungen heilten in einem Zeitraum von drei Wochen ab, aber er hat nach Angaben seines Ärzteteams auffällige Narben hinterlassen.

Karakayas Anwälte hatten die Forderung auf 55.000 bis 75.000 Euro geschätzt. Turkish Airlines bot an, die Forderung mit einer Summe zu begleichen, die „genau in der Mitte dieser Spanne“ liegt, so der Richter, der den Vorsitz in dem Fall führte, wie die Irish Times berichtet.

Im Jahr 2019 hat der Europäische Gerichtshof klargestellt, dass Fluggesellschaften gemäß Artikel 17 des Montrealer Übereinkommens für alle Verletzungen an Bord eines Flugzeugs verantwortlich sind. Die einzige Verteidigung, die den Fluggesellschaften zur Verfügung steht, ist der Nachweis, dass ein Kunde durch ihre eigene Fahrlässigkeit verletzt wurde.

Das Einschreiten des EuGH geht auf eine Klage der österreichischen Fluggesellschaft Lauda zurück, die argumentierte, dass sie nicht für die Verbrennungen eines jungen Mädchens verantwortlich sei, da der Unfall nicht durch eine „typischerweise mit der Luftfahrt verbundene Gefahr“ – wie z.B. schwere Turbulenzen – verursacht worden sei.

Es gibt viele ähnliche Fälle. Dabei ist die Kompensation von 65.000 Euro noch nicht einmal besonders hoch. Der Fall von Stella Liebeck, die Verbrennung dritten Grades durch verschütteten heißen Kaffee von McDonald’s verbrannt hat, endete mit einer Strafzahlung von 2 Millionen Dollar. Dabei sollten die Verbrennungen von Außenstehenden nicht unterschätzt werden, wenn sie beispielsweise im Intimbereich entstanden sind. Eine Dokumentation von 2011 („Hot Coffee“) hat Liebecks Fall, der 1992 viel Aufsehen erregte, für die Öffentlichkeit aufbereitet.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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