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Kanaren: Erdbeben lösen Vulkanalarm auf La Palma aus

| von Michael Sprick

Ein erhöhtes und stärkeres Auftreten von Erdbeben löst einen Vulkanalarm auf der Kanaren-Insel La Palma aus. Derzeit herrscht die Alarmstufe gelb.


Kanaren: Erdbeben lösen Vulkanalarm auf La Palma aus
Der Vulkan Teneguía. Bildnachweis: Unsplash / Jakob Stenqvist

Die Behörden auf der spanischen Kanareninsel La Palma haben davor gewarnt, dass ein plötzlicher Anstieg der seismischen Aktivität in den kommenden Wochen und Monaten einen Vulkanausbruch verursachen könnte. Darüber berichtet die Fuerteventurazeitung.

Vulkanaktivität erhöht sich auf La Palma

Das spanische Nationale Geographische Institut hat rund 400 einzelne Beben verzeichnet. Es ist ein Phänomen, das als so genanntes „Schwarmbeben“ bekannt ist. Diese tragen dazu bei, dass sich die Aktivität des Vulkans Teneguia im äußersten Süden der Insel zu erhöhen scheint.

Auf den Kanarischen Inseln, die rund 100 Kilometer westlich von Südmarokko steil aus dem Atlantik aufragen, befinden sich die aktivsten und bekanntesten Vulkane Spaniens. Darunter der Teide auf Teneriffa, der auch der höchste Berg Spaniens ist und der Timanfaya auf Lanzarote.

Regierung ruft gelbe Alarmstufe aus

Als sich die Beben verstärkten, rief die Regionalregierung der Kanarischen Inseln am Dienstag die gelbe Alarmstufe für einen Ausbruch aus, die zweite eines vierstufigen Warnsystems. Es ist noch keine konkrete Warnung, die die Bevölkerung zu Vorsichtsmaßnahmen bewegt, sondern vor allem die Behörden ein Signal, wachsam zu bleiben und die Aktivität genauestens zu beobachten. Zudem informieren sie die Öffentlichkeit genauer und häufiger über die aktuelle Sachlage. Die Warnstufe gelb gilt für die Gemeinden Llanos de Aridane, Fuencaliente und El Paso y Maso auf La Palma.

Ein deutliches Warnsignal ist, dass die Erdbeben-Aktivität sowohl in Anzahl als auch in Intensität erhöht hat. Die Erdbeben traten schon zuvor immer wieder mal auf, fanden aber in einer Erdtiefe von 20 – 30 Kilometer statt. Inzwischen hat sich die Aktivität auf eine Tiefe von 8 – 12 Kilometer verschoben. Sie erreichten teilweise eine stärke von deutlich über 3. Damit sind die Beben für die Bevölkerung auf Palma bereits spürbar, obwohl sie noch ungefährlich sind.

Am Donnerstag erklärte die Regionalregierung, dass es keine eindeutigen Anzeichen für einen unmittelbaren Ausbruch gebe, warnte jedoch, dass sich die Situation schnell ändern könne.

Seismische Aktivität hat sich in den letzten Jahren erhöht

Seismische Schwärme sind in diesem Gebiet recht häufig, sie treten seit sogar wieder häufiger 2017 auf. Konkret wurde am 7. Oktober 2017 im äußersten Süden der Insel La Palma eine erste seismische Serie aufgezeichnet, bei der etwa 300 Beben in einer Tiefe von etwa 25 km festgestellt wurden. Das gleiche Szenario wiederholte sich im Februar 2018 mit etwa 1.000 etwas tieferen und sehr flachen Erdbeben. Das letzte Mal geschah dies im Juli 2020, als 682 Erdbeben auftraten. Die jetzige Aktivität ist die stärkste, die die Insel seit dem Ausbruch des Teneguía im Jahr 1971 erlebt hat.

Der Teneguia brach zuletzt 1971 aus – es war die letzte Oberflächeneruption in Spanien. Bei dem Ausbruch kam ein älterer Fischer ums Leben, der der Lava zu nahe kam und an den Dämpfen erstickte. Die Eruption verursachte auch einige Sachschäden und zerstörte einen Strand.

Besiedelte Gebiete waren jedoch nicht betroffen. Der Schlot ist inzwischen zu einer Touristenattraktion geworden und ist Teil des Monumento Natural de Los Volcanes de Teneguía. Der letzte generelle Ausbruch fand jedoch 2011 vor der kleinen Insel El Hierro 2011 statt, als ein Vulkan unter Wasser ausbrach.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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