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Lufthansa begibt Anleihen im Wert von 1,6 Mrd. Euro, um KfW-Kredit zu tilgen

| von Michael Sprick

Mithilfe von bereits erfolgreich platzierten Anleihen hat die Lufthansa Kredite der staatlichen Förderbank KfW vorzeitig getilgt.


Lufthansa begibt Anleihen im Wert von 1,6 Mrd. Euro, um KfW Kredit zu tilgen

Die Lufthansa eine weitere Runde von Anleihen ausgegeben – dieses Mal in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Das hat die Fluggesellschaft am 4. Februar bekannt gegeben

Lufthansa-Anleihen in zwei Tranchen – zur Tilgung von KfW-Krediten

Nach Angaben der Lufthansa wurde jede Anleihe zu einem Preis von 100.000 € verkauft und in zwei Tranchen mit einer Laufzeit von vier bzw. sieben Jahren platziert. Die erste Anleihetranche mit der vierjährigen Laufzeit ist demnach am 11. Februar 2025 fällig und hat ein Volumen von 750 Mio. € und wird mit 2,875 % pro Jahr verzinst. Die Tranche mit der siebenjährigen Laufzeit wird dagegen am 11. Februar 2028 fällig. Diese Anleihe hat ein Volumen von 850 Mio. € und wird mit 3,75 % pro Jahr verzinst.

Die Lufthansa bringt diese Mittel auf, damit sie einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW zurückzahlen kann. Dieser wurde im Rahmen der Stabilisierungsmaßnahmen im vergangenen Juni vertraglich vereinbart. Die Fluggesellschaft tilgt ihre Kredit bei der KfW in Höhe von 1 Milliarde Euro also vorzeitig. Mit den langfristig aufgenommenen Mitteln und 2,1 Mrd. € Fremdkapital in der zweiten Jahreshälfte 2020 hat die Lufthansa nun die Refinanzierung aller im Jahr 2021 fälligen Finanzverbindlichkeiten von rund 2,6 Mrd. € gesichert. Jedoch merkte der Finanzvorstand der Lufthansa an, dass der Konzern noch ungenutzte Mittel des Stabilisierungspakets nutzen könnte.

„Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir in unseren Heimatmärkten erhalten. Die heute erfolgreich platzierte Anleihe ermöglicht uns die Rückzahlung des gesamten KfW-Darlehens. Die Refinanzierung senkt sogar unsere Finanzierungskosten. Trotz der Rückzahlung ist es jedoch wahrscheinlich, dass wir weitere Elemente des Stabilisierungspakets in Anspruch nehmen werden, die derzeit ungenutzt sind. In welchem Umfang wir dies tun werden, hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab“, sagt Remco Steenbergen, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG.

Lufthansa könnte im Notfall auf weitere Hilfsreserven zurückgreifen

Nach Angaben der Fluggesellschaft verfügte der gesamte Lufthansa-Konzern zum 30. September über liquide Mittel in Höhe von 10,1 Milliarden Euro. Darin enthalten sind nicht abgerufene Mittel aus den Stabilisierungspaketen in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien.

Die Lufthansa Group hatte von den ihr zur Verfügung stehenden staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen in Höhe von 9 Milliarden Euro nur knapp 3 Milliarden Euro abgerufen. Auch Mittel aus einer stillen Beteiligung WSF I mit 4,5 Milliarden Euro hat die Lufthansa AG noch nicht in Anspruch genommen hat.

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Michael Sprick
Autor: Michael Sprick

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.