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Mallorca entwickelt sich zur Luxus-Urlaubsinsel

| von Michael Sprick

Mallorca entwickelt sich immer mehr zu einer Insel für die Reichen und Schönen. Die Pandemie dürfte diese Entwicklung beschleunigt haben. Der Massen- oder Exzesstourismus hat dabei viele Feinde.


Mallorca entwickelt sich zur Luxus Urlaubsinsel
Eine beliebte Bucht für Yachten auf Mallorca. Bildnachweis: Unsplash / Eugene Zhyvchik

Es ist eine Entwicklung, die sich über Jahre abgezeichnet hat, aber spätestens im Zuge der Pandemie dürfte klar sein, dass Mallorca nicht mehr die Ballermann- oder Putzfrauen-Insel sein will, als die sie einmal bekannt war. Das stellt das Redaktionsnetzwerk-Deutschland (RND) fest, das einen Anstieg von superreichen Urlaubern auf der Insel gerade im Zuge der Pandemie feststellt.

Mallorca – bald eine Insel für die Reichen und Schönen?

Auch in Berichten des Mallorca-Magazins zeichnet sich ein Wandel des Publikums auf Mallorca ab. Schon lange ist bekannt, dass immer mehr Stars und Reiche sich ein Anwesen auf Mallorca erwerben. Obwohl diese Entwicklung nicht neu ist, berichtet das Magazin, dass die Entwicklung in den vergangenen Monaten „rekordverdächtig“ gewesen sei. Das Magazin hat auch eine Kategorie für Prominente, die sich auf Mallorca blicken lassen. Darin tummeln sich Hollywood-, Fußball- und weltbekannte Popstars sowie Scheichs und Großunternehmer, aber natürlich auch spanische Bekanntheiten, Politiker und sogar die spanische Königsfamilie.

Wer einmal auf Mallorca war und sich über die touristischen Hotspots hinaus gewagt hat, versteht, dass die Insel viel zu bieten hat. Noch immer gibt es versteckte, ruhige Strände, eine schöne Landschaft im Inneren der Insel und Palma selbst ist eine lebhafte Stadt mit Bars und Restaurants, die sowohl typisch balearisches als auch internationales Flair bieten. Zudem hat die Insel eine einzigartige Küche mit Gerichten und Delikatessen, die es auch in der restlichen spanischen Küche nicht gibt.

„Reinigende Wirkung“ der Pandemie auf den Tourismus

Das RND berichtet, dass die Pandemie eine „reinigende Wirkung“ auf den Tourismus gehabt habe. Diesen Eindruck dürften viele geteilt haben. Vor allem Bewohner, die nicht im Tourismus beschäftigt sind. Von ihnen nehmen vielen den Massentourismus als treibenden Faktor für Miet- und Immobilienpreise oder als Bedrohung für Natur und Umwelt der Balearen wahr.

Aber auch unter Hoteliers gibt es viele, die zumindest zeitweise über das Ausbleiben der Touristen froh waren. Unter diesen spricht inzwischen eine Mehrheit reiche Touristen an. Diese haben nur wenig Überschneidungen bei ihren Gästen mit Massen- oder Partytouristen. Für diese waren und sind diese Touristen nur ein Risikofaktor, die die Infektionszahlen hochtreiben und damit neue Restriktionen bewirken könnten.

Unterkünfte im niedrigeren Segment werden verdrängt

Die Entwicklung hin zum Luxustourismus lässt sich auch ganz eindeutig in Zahlen belegen. Das Mallorca Magazin zeichnet in einem Artikel eine kleine Geschichte Mallorcas auf dem „Weg zum Massentourismus„, aus der diese Entwicklung eindeutig hervorgeht:

„Der Tourismus hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten stark gewandelt. Wie sehr, das lässt sich gut an der Hotellandschaft der Insel ablesen. So machten die Ein- bis Drei-Sterne-Hotels im Jahr 1983 noch fast 90 Prozent des Angebots aus. Die Ein-Sterne-Häuser stellten damals mit 205 noch die mit Abstand häufigste Kategorie, gefolgt von Drei- (167) und Zwei-Sterne-Hotels (142). Vier- und Fünf-Sterne-Hotels waren mit 48 beziehungsweise sieben Häusern noch die ganz große Ausnahme und verfügten gerade einmal über 18.000 von insgesamt 133.000 Betten.

Mittlerweile findet man kaum mehr EinSterne-Hotels, im Jahr 2020 gab es inselweit gerade einmal noch 14. Auch Zwei-Sterne-Hotels verschwinden zusehends vom Markt: derzeit existieren noch 35 von ihnen. Während die Zahl der Drei-Sterne-Häuser leicht angestiegen ist, explodierte die Zahl der Vier-Sterne-Häuser geradezu: von 48 auf 350. Fünf-SterneHotels gibt es mittlerweile 52 auf der Insel. Beide Kategorien zusammen stellen heute fast 70 Prozent der Hotelbetten. Der Trend weg vom Billig- hin zum Luxus- und Qualitätstourismus ist also eindeutig.“

Mallorca befindet sich im Wandel – „weg vom Massentourismus“

Ironischerweise scheint der „Weg zum Massentourismus“ nun zu einem „Ausweg aus dem Massentourismus“ geworden zu sein. In der Pandemie haben sich viele Urlaubsorte auf die Fahne geschrieben, sich dauerhaft dem Tourismus für Reiche zu verschreiben. Auf Mallorca gab es ähnliche Äußerungen ausAuch Forderungen nach teureren Flügen, die bei SPD und Grünen auf offene Ohren stoßen, dürften in Auf Mallorca selbst herrscht eine sozialistische Regierung unter Francina Armengol, die erkannt hat, wie wichtig Lockerungen für die eigene Wirtschaft sind. Armengol hat daher immer dann Lockerungen verwirklicht, wenn die pandemische Lage dies zuließ.

Doch indirekt gibt es auch eine starke Lobby für das etablierte Tourismus von Mallorca. Während die Beziehung der Mallorquiner zu den Touristen und insbesondere zu den Deutschen immer schon schwierig war, hat sich das Image der Deutschen in der Pandemie auch bei vielen gebessert. Kleine und mittelständische Unternehmen konnten sich in der Krisenzeit auf die Treue der Deutschen zu ihrer Lieblingsinsel verlassen.

Viele andere Betreiber und Unternehmer haben allerdings auch schon ihre Hotels, Herbergen und Cafés etc. schließen müssen. Zeitgleich strömen immer mehr Investitionen nach Mallorca, um Immobilien zu erwerben oder hochklassige Hotels und Restaurants zu errichten. Die Balearen befinden sich noch immer im Wandel.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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