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Mallorca: Party-Tourismus weiterhin unerwünscht

| von Michael Sprick

Der Party-Tourismus wird von vielen Mallorca-Urlaubern schmerzlich vermisst. Doch die Perspektive für den Party-Tourismus dürfte sich dieses Jahr nicht mehr ändern.


Mallorca: Party Tourismus weiterhin unerwünscht
Strand auf Mallorca. Bildnachweis: Unsplash / Austin Farrington

Auf den Balearen steht derzeit das Ende der Sommersaison an. Zwar regnet es am heutigen Mittwoch noch, doch die Wettervorhersage für die nächsten Tage verspricht wieder Temperaturen von 27 bis 28 °C. Damit dürften Mallorca-Urlauber noch einmal voll auf ihre Kosten kommen.

Mallorca bietet mehr als nur Party-Tourismus

Allerdings sind die auch für ihren Party-Urlaub besonders bekannten Inseln auch nach den letzten Lockerungen kaum für den Party-Urlaub geeignet. Noch immer gibt es Beschränkungen wie ein Ausgehverbot von 2 Uhr bis 6 Uhr in der Früh und ein Tanzverbot, das die gewohnte „Ballermann-Stimmung“ unmöglich macht. Ein Bericht der Zeit nimmt die derzeitige Stimmung auf den Balearen daher derzeit sehr gut auf.

Doch auch wenn dieser Umstand viele Mallorca-Touristen enttäuscht, ist dies natürlich für viele Mallorquiner ein wünschenswerter Zustand. Nicht zuletzt aus der Hotelbranche der Balearen selbst kommt auch Zuspruch für die Restriktionen. So befürchten die Hoteliers größeren Schaden durch Partytouristen, die für neue Infektionsherde sorgen, als durch einen gemäßigteren Tourismus, der die Natur, Kultur und das warme Klima sowie Ruhe und Entspannung auf der Insel sucht.

Balearen kämpfen noch immer gegen das Problem der illegalen Partys

Dass größere Versammlungen und Partys durchaus Infektionstreiber sind, haben die Vorkommnisse zu Beginn der Saison gezeigt. Gerade im Juni und Juli gab es viele Schlagzeilen über die sogenannten Botellones. Es sind spontane und illegal stattfindende Partys im Freien, bei denen teilweise hunderte bis tausende Teilnehmer zusammenkommen. Bei solchen Veranstaltungen sollen sich schon mehrfach dutzende Teilnehmer angesteckt haben, die sich anschließend in der Quarantäne-Hotels von Mallorca aufhalten mussten.

Um solche illegalen Partys zu verhindern, gibt es derzeit noch immer Maßnahmen wie das Tanzverbot oder die nächtliche Ausgangssperre. Auf Ibiza haben sich die Behörden sogar ein Programm ausgedacht, bei dem Touristen in illegal organisierte Party eingeschleust werden sollen, um diese zu stoppen und die Organisatoren zu überführen. Dennoch haben die Inseln mit steigender Impfquote und nun wieder stabil sinkender Inzidenz wieder Lockerungen erwirkt.

Lockerungen durch starke Senkung der Inzidenz

Derzeit steht die 7-Tage-Inzidenz für die gesamten Balearen bei 59. Der positive Trend durch das starke Absinken der Infektionsgefahr auf den Balearen setzt sich fort. Seit Anfang September hat die Regierung unter Francina Armengol daher verschiedene Verbote und Beschränkungen gelockert.

So haben die Balearen das Ausgehverbot auf den Straßen Mallorcas für Nicht-Einwohner von 01.00 Uhr auf 02.00 Uhr verschoben. Was die Restaurants betrifft, so erweiterte die Regierung die Obergrenzen für die Anzahl der Gäste pro Tisch. Von diesem Dienstag an sind acht Personen im Innenbereich und 12 auf den Terrassen erlaubt. Viele größere Veranstaltungen wie Konzerte und Stadionbesuche können wieder mit erhöhter Kapazität und der 3G-Regel stattfinden. Die Lockerungen sind nun seit rund einer Woche in Kraft und bisher hat sich das Absinken der 7-Tage-Inzidenz dennoch fortgesetzt. Ein psitives Zeichen für die Balearen, da die Regierung die Saison noch bis in den November verlängern will.

Verlängerung der Saison

Anfang des Monats kamen die Regierung der Balearen sowie Vertreter von Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden zu einem runden Tisch zusammen, um Bilanz zu ziehen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Runde kam zu einem Ergebnis, das der Co-Präsident der Barceló Hotel-Gruppe, Simón Pedro Barceló, als Diskussion über ein halbvolles oder halbleeres Glas zusammenfasste. Demnach gab es sowohl positive als auch negative Aspekte in der nun vorübergegangenen Sommersaison.

Ein Beschluss, der im Zusammenhang mit dieser Runde steht, ist, dass die Balearen jedoch zwei Mio. Euro in die Verlängerung der Saison investieren wollen. Damit soll vor allem in den wichtigen Märkten Deutschland und dem Vereinigten Königreich auf die Verlängerung der Saison aufmerksam gemacht werden. Die Balearen wollen noch bis Ende des Jahres für den Tourismus geöffnet bleiben. Die meisten Hotels bleiben daher noch im September und Oktober, teilweise auch im November noch, geöffnet und locken noch einmal mit Sonderangeboten auf die Inseln.

Dass der Partytourismus dieses Jahr noch auf die Balearen zürückkehrt, wird dabei immer unwahrscheinlicher. Die Clubs und Tanzbars der Balearen dürften damit bis auf Weitteres auf staatliche Hilfe angewiesen sein.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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