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Mexiko: Urlaub in Cancún boomt trotz Corona-Krise

| von Michael Sprick

Trotz Corona-Krise boomt der Urlaubsort Cancún auf der Halbinsel Yucatán und löst damit viel Kontroverse beim Umgang mit der Pandemie aus.


Mexiko: Urlaub in Cancún boomt trotz Corona Krise

Cancún ist als Urlaubsort für seine kilometerlangen weißen Strände mit türkisblauem Wasser berühmt und lockt jährlich Millionen Touristen an. Daran hat sich auch in der Corona-Krisenichts geändert. Seit dem Jahres-Wechsel boomt der Tourismus an die Riviera Maya sogar wie derzeit an kaum einem anderen Ort. 

Urlaub in Cancún boomt

Dabei übertreffen die Zahlen derzeit sogar Tourismus-Zahlen der Zeit vor Corona. So berichtet zum Beispiel die Washington Post, dass die Urlaubsflüge aus den USA an die Riviera Maya “so hoch wie nie” sind. Auch in Europa scheint die Situation zumindest an Heathrow letzte Woche nicht anders zu sein.

Gründe hierfür sind vor allem auch, dass Mexiko zurzeit so gut wie gar keine Corona-Maßnahmen für Einreisende vorsieht. Zumindest aus den USA und Europa gibt es für Touristen keine Test- und Quarantäne-Pflicht. Dennoch gibt es natürlich andere Beschränkungen. Es gilt das Abstandsgebot und die Menschen sollen auch wie hier ihre Masken tragen. In der Urlaubsstimmung, die vor Ort vorherrscht, vergessen dies aber viele. 

Darunter fällt auch der Vize-Gesundheitsminister Mexikos, Hugo López-Gatell. Verganges Wochenende wurde er in Zipolite (Oaxaca) in einem Restaurant am Strand gesichtet:

Mexiko ist eigentlich schwer getroffen von der Pandemie

Dabei ist natürlich auch Mexiko nicht vom Coronavirus verschont geblieben – im Gegenteil. In absoluten Zahlen hat Mexiko derzeit die vierthöchsten Todesfälle weltweit zu beklagen – rund 134.0000. Abgesehen von Jemen und der Westsahara, die nur 2100 und zehn Infektionsfälle offiziell vorzuweisen haben, ist in Mexiko auch die Letalitätsrate am höchsten. Sie liegt bei 8,7%. Die 7-Tage-Inzidenz ist aber etwas geringer als bei uns. Sie liegt im Schnitt in Mexiko bei 67.

All diese Zahlen machen also eigentlich nicht wirklich Lust auf Urlaub. Die aufgestaute Reiselust vieler Menschen und die Aussicht in Cancún weder Quarantäne noch Tests hinter sich bringen zu müssen, ist für viele genug Anreiz, um Urlaub auf der Halbinsel Yucatan zu machen. 

Trotz allem gibt es natürlich auch gute Gründe dafür, dass Mexiko auch weiter hin für den Tourismus geöffnet hat. Regionen wie die Riviera Maya sind sehr stark abhängig vom Tourismus. Eine gänzliche Schließung käme daher also einer automatischen Existenzbedrohung für viele Menschen in der Region gleich. 

Derweil löst der Umgang mit der Krise aber auch Kontroversen in der mexikanischen Bevölkerung aus. Das Foto des Vize-Gesundheitsministers sorgte dabei verständlicherweise für viel Unmut. Schließlich sind Leute wie López-Gatell, die Leute davon überzeugen sollen, Abstand zu halten und Masken zu tragen. 

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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