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Neue Regierung will 3G-Regel in Fernzügen einführen

| von Michael Sprick

Mit Robert Habeck und Karl Lauterbach bringen zwei einflussreiche Mitglieder der neuen Regierungskoalition die 3G-Regelung für Züge wieder ins Spiel.


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ICE am Stuttgarter Bahnhof. Bildnachweis: Unsplash / Markus Winkler

Die Debatte um die 3G-Regel gab es dieses Jahr schon einmal. Kanzlerin Angela Merkel sprach sich im Sommer für die Anwendung der 3G-Regel in Fernzügen aus. Ein Gutachten des Verkehrsministeriums, Aussagen der Bahnmitarbeiter-Gewerkschaft EVG und schließlich die zu diesem Zeitpunkt kurz bevorstehende Bundestagswahl sorgten dafür, dass die Debatte im Sande verlief.

Habeck und Lauterbach starten 3G-Debatte erneut

Nun bringen Stimmen der neuen Regierung die 3G-Debatte für Züge wieder auf den Tisch, wie der Berliner Kurier meldet. So plädierten Grünen-Chef Robert Habeck und SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für eine 3G-Pflicht in den Fernzügen der Bahn. Wer künftig zu steige, müsse nach ihrem Ermessen also geimpft oder genesen sein oder einen frischen Corona-Test nachweisen.

Robert Habeck kündigte die 3G-Regelung als einen Themenpunkt auf der Agenda der neuen Regierung an. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe äußerte er: „Ja, auch das Bahnfahren muss sicherer werden. Aus meiner Sicht sollte hier 3G hier gelten, darüber werden wir reden müssen“. Sein Kollege und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält es dagegen für „unverantwortlich, dass Menschen ungeimpft und ­ungetestet in vollen Zügen im Fernverkehr stundenlang eng neben anderen Passagieren sitzen“, wie ihn die Bild am Sonntag zitiert.

Verkehrsministerium und EVG halten 3G für „praktisch nicht umsetbar“

Im Sommer besagte ein Prüfverfahren des Verkehrsministers Andreas Scheuer, dass die 3G-Ausweitung zumindest für Züge nicht infrage komme. Das sei „praktisch nicht umsetzbar“. Die Bahn würde selbst ihre eigenen Tickets nicht vollständig kontrollieren und müsste die Kontrolle von 3G-Nachweisen daher völlig neu organisieren und gestalten.

Auch die größte Bahngewerkschaft, die EVG, sah sich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, die 3G-Regelung ihrem Personal zumuten zu können. Das Personal hätte ohnehin schon viele Aufgaben zu erledigen und die Bahn weite den Druck auf die Mitarbeiter noch aus, indem sie das Personal verkleinere. Kontrolleure würden zudem immer häufiger mit aggressiven Passagieren konfrontiert. In der 3G-Regel sieht die EVG neue Ursachen für aggressives Verhalten.

Auf die Aussagen reagierte Lauterbach zu dieser Zeit mit Polemik:

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Die 3G-Regelung in Zügen ist dabei nur eine Maßnahme von vielen weiteren. So kündigte Robert Habeck an, dass die Home-Office-Pflicht, wann immer möglich, wieder gelten soll. Ansonsten solle am Arbeitsplatz die 3G-Regelung gelten. Darüber hinaus könne es zumindest für ungeimpfte Personen auch wieder Kontaktbeschränkungen geben.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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