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Nizza wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt

| von Michael Sprick

Die UNESCO hat Nizza zur Weltkulturerbestätte ernannt. Die Stadt hat ein reiches kulturelles Erbe und kann als Geburtsort für die "Riviera" gelten.


Nizza: Promenade des Anglais zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt
Nizza, Frankreich. Bildquelle: Unsplash

Das denkmalgeschützte Gebiet umfasst etwas mehr als 500 Hektar, einschließlich der Promenade des Anglais, die Strandpromenade. Vor allem für seine Architektur und sein kosmopolitisches Erbe hat die UNESCO Nizza ausgezeichnet.

„Mit dieser Eintragung wird Nizza als Archetyp des Wintersportortes an der Riviera mit seiner außergewöhnlichen Lage zwischen Meer und Bergen und den verschiedenen Einflüssen, die sein Erbe geprägt haben, gewürdigt“, begrüßte auch die Kulturministerin Frankreichs Roselyne Bachelot auf Twitter.

Italienische Wurzeln und englische Einflüsse

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war Nizza eine alte italienische Stadt im Königreich Piemont-Sardinien. Sie lag auf einem Hügel mit einer zerstörten Burg. Ihre Küste, galt als unwirtlich und feindlich. Sein Schicksal änderte sich, nachdem die englische Aristokratie die Region ins Visier nahm. Sie suchten ein Winterquartier, wo die kalte Jahreszeit erträglicher war als zu Hause.

Es entstand über Jahrzehnte hinweg eine neue Stadt. Sie entwickelte sich allmählich zu einer regelrechten „Winterhauptstadt“ für reiche Müßiggänger, Rentiers und reisende Aristokraten aus ganz Europa. Es wurden Boulevards angelegt, Parks und Promenaden geschaffen, und exotische Pflanzen, Palmen und Orangenbäume gepflanzt. Bis heute machen sie den Flair von Nizza aus.

Nizza zieht schon im 19. Jahrhundert reiche Urlauber aus aller Welt an

Als Nizza 1860 ein Teil Frankreichs wurde, wurde die Stadt kosmopolitischer. Es kamen nicht mehr nur Engländer in die mediterrane Stadt. Sondern nach und nach die High Society aus ganz Europa und sogar Amerika.

Für sie wurden Villen (die älteste stammt aus dem Jahr 1787), Hotels (Le Regina für die englische Königin und ihr Gefolge) oder Vergnügungsgebäude, die so genannten „Paläste“, gebaut. Sie machen heute das Stadtzentrum aus, das zudem wie Rom von Hügeln umgeben ist.

Malerisches und mildes Klima

Im Jahr 1900 war das Badevergnügen im Meer noch nicht so beliebt wie heute, noch weniger das Sonnenbaden. Trotzdem hatte die Stadt bereits 150.000 Besucher pro Jahr, was bemerkenswert für die Zeit ist. Die Nähe zu den Bergen und dem Meer, die exotische angelegte Flora, die Architektur und das milde Winterklima machten Nizza zu einem frühen Beispiel für das, was man später eine Riviera nennen sollte.

Die Aufnahme in das Weltkulturerbe der UNESCO gibt dem lokalen Tourismus sicherlich einen Anschub. Vorrangig soll die Ernennung zum Weltkulturerbe die Öffentlichkeit aber auch für den Wert und die Wichtigkeit der Erhaltung sensibilisieren.

Seit dem Beginn ihrer UNESCO-Kandidatur hat die Stadt mehr als 300 Gebäude inventarisiert und geschützt und Dutzende von Gebäuden, Villen und Gärten restauriert.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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