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Österreich: Deutsche Reisewarnung trifft Reisebranche hart

| von Michael Sprick

Am Freitag hat Deutschland Österreich wieder zum Hochrisikogebiet erklärt. Die Chancen für eine halbwegs erfolgreiche Urlaubssaison haben sich damit massiv verschlechtert.


Österreich: Deutsche Reisewarnung trifft Reisebranche hart
Fulpmes in der Abenddämmerung. Bildnachweis: Unsplash / Matthias Betz

Am Freitag hat das Robert-Koch-Institut bekannt gegeben, dass Österreich aus deutscher Perspektive wieder als Hochrisikogebiet gilt. In Österreich löste diese Nachricht Sorgen aus, wie der ORF meldet. Das Stornieren von Buchungen bzw. das Ausbleiben von Buchungen treffen viele Betreiber hart, nachdem die vergangene Saison schon schlecht lief.

Meldung löst Verunsicherung aus

Die Chefin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, beschwichtigte jedoch erst einmal die Lage. Zunächst hätten ohnehin nur überwiegend Geimpfte oder Genesene gebucht, für die die Folgen der Reisewarnung weniger gravierend sind als für Ungeimpfte. Dennoch räumt sie ein, dass der Hochrisikostatus für Verunsicherung sorgt:

„Es geht um die Stimmung – und es verunsichert jeden, der geimpft ist“. Hierbei verwies sie auch auf die Rolle des Medienechos dieser Meldung: „… warten wir ab, was passiert, wenn die deutsche Reisewarnung morgen eventuell auf der Titelseite der „Bild“ steht“. Dennoch wären laut Reitterer die Stornierungszahlen zurückhaltend. Reitterers Aussagen fielen dabei jedoch schon am Freitag.

Teile der Branche sehen die Regierung nun in der Schuld

Viele ihrer Branchen-Kollegen stellen inzwischen jedoch viele Stornierungen fest. Sie sehen die Schuld nun bei der eigenen Regierung, wie die Tourismuspresse Österreichs meldet:

„Statt aus dem vergangenen Herbst zu lernen, wurde der Sommer wieder verschlafen. Die Rechnung dafür zahlen aufs Neue die Tourismusregionen mit Stornos, Stornos, Stornos“, kritisiert der Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung, Dr. Markus Gratzer. Jede Maßnahme komme zu spät, keiner wisse, was am nächsten Tag geschieht: „So kann es nicht weitergehen!“ Die Stimmung in der Branche ist am Kippen: „Wir haben Alarmstufe rot!“

Gratzer fordert daher nun finanzielle Hilfe von der Regierung:

„Die Regierung agiert als Kollegialorgan. Versagt der Gesundheitsminister, muss der Finanzminister einspringen“, so Gratzer. „Denn die Pandemie kommt nie allein, hat immer ihren hässlichen Begleiter dabei, die Weltwirtschaftskrise. Wenn der Gesundheitsminister die eine nicht besiegt, brauchen wir vom Finanzminister eine Waffe gegen die andere“.

„Es hilft niemandem, wenn Hotels offen- und Gäste ausbleiben. Aber vor genau der Situation stehen wir heute. Die Stornos rasseln nur so herein. Denn so sicher die Hotels auch sind: Den Gästen fehlt das Vertrauen in die das Krisenmanagement der Bundesregierung. Das sei angesichts der Infektionszahlen und des Zick-Zack-Kurses kein Wunder“.

Umstände und Folgen der Erklärung zum Hochrisikogebiet

In manchen österreichischen Bundesländern liegt die 7-Tage-Inzidenz bereits bei über 1000. Landesweit liegt sie laut Corona-in-Zahlen.de bei 837,8. Es ist einer der höchsten Inzidenzwerte in Europa derzeit. Neben dem erhöhten Infektionsrisiko schrecken allerdings auch die Ein- und Ausreisebedingungen viele von einem Ski- oder Winter-Urlaub in Österreich ab.

Die Nachweispflicht (3G-Regel) gilt für die Einreise mittlerweile grundsätzlich. Aus Hochrisikogebieten muss jedoch zuvor eine Einreiseanmeldung erfolgen. Zudem fällt eine Quarantänepflicht von 10 Tagen an. Wobei sie für Kinder unter 12 Jahren nur 5 Tage dauert. Mit entsprechendem Nachweis (3G) bei den Behörden können auch Erwachsene die Quarantäne nach dem fünften Tag beenden.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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