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On the Beach verklagt Ryanair – Verstöße gegen Wettbewerbsregeln

| von Michael Sprick

Das Online-Reisebüro On The Beach verklagt Ryanair. Die beiden Unternehmen befinden sich in einem Rechtsstreit über Buchungen und Erstattungen.


On the Beach verklagt Ryanair Verstöße gegen Wettbewerbsregeln
Ryanair am Flughafen Frankfurt am Main. Bildnachweis: Unsplash / Qiwei Yang

On the Beach (OTB), ein Reisebüro aus Großbritannien, verklagt Berichten zufolge Ryanair. Die Airline soll das Unternehmen daran gehindert haben, günstige Flüge für seine Kunden zu buchen.

Ryanair soll marktbeherrschende Stellung ausnutzen

Das Online-Reisebüro behauptet, Ryanair verstoße gegen die Wettbewerbsregeln, indem es die Kreditkarten des Unternehmens sperrt. Zudem hindere es seine Kunden daran, ihre Buchungen online zu verwalten. On the Beach klagt laut einem Bericht der Financial Times dagegen, dass Ryanair mit diesem Schritt seine marktbeherrschende Stellung missbraucht.

Dem Bericht zufolge hat die Fluggesellschaft es für Kunden von On the Beach schwieriger und/oder teurer gemacht, Ryanair zu nutzen, als für Kunden, die direkt bei der Fluggesellschaft buchen.

Rechtsstreit um Rückerstattungen während der Pandemie

Das Reisebüro behauptet außerdem, Ryanair habe „falsche und verunglimpfende“ Behauptungen über das Unternehmen aufgestellt und sich geweigert, On the Beach die Kosten für Flüge während der Pandemie zu erstatten.

Da On The Beach aufgrund der Pauschalreisebestimmungen gezwungen war, seinen Kunden die Kosten zu erstatten, meldet das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Verlust von 48,7 Millionen Pfund (57,7 Millionen Euro) an.

In einer Klageschrift fordert On The Beach Schadensersatz von der Fluggesellschaft. Ryanair hat in Auseinandersetzungen mit anderen Reisebüros bereits erklärt, dass es Kunden nicht über Reisebüros entschädigt. Rückerstattungen führt die Airline nur für Direktbuchungen durch.

Ryanair im ewigen Zwist mit Drittanbietern

On the Beach ist dabei nicht das erste Reisebüro, das sich mit Ryanair im Streit über Rückzahlungen befindet. Bereits im April gab es eine Auseinandersetzung mit dem ebenfalls britischen Reisebüro Simpson Travel.

Simpson Travel erstattete seinen Kunden, ihre Buchungen mit Ryanair dabei letzten Endes zurück, ohne dass es die Buchungen von Ryanair selbst zurückerhalten hat. Das Reisebüro forderte seine Kunden aber gleichzeitig dazu auf, die Rückerstattungen für einen wohltätigen Zweck zu spenden, um etwas „Positives aus Negativem“ zu machen.

Eine jüngere Auseinandersetzung gibt es auch mit dem tschechischen Anbieter Kiwi.com. Dabei gab das Unternehmen Boarding-Pässe für Ryanair mit eigenem Branding aus. Ryanair bezeichnete diese als Fake und verweigerte Kunden mit diesen Boardingpässen die Beförderung.

Fragwürdige Praktiken auf beiden Seiten

Allerdings gibt es im Netz auch immer wieder Hinweise darauf, dass Buchungen über Drittanbieter tatsächlich unvorteilhafter gegenüber direkten Buchungen sind. Erstens sind sie teurer als direkt bei einer Airline zu buchen und zweitens gibt es bei Stornierungen oft weitere Komplikationen. Ryanair hat mit seiner Kampagne gegen Drittanbieter also nicht ganz unrecht, wenn es behauptet, dass es Kunden nur schützen will.

Zumindest in Großbritannien ist es aber wohl auch dazu gekommen, dass Ryanair gegen direkte Kunden vorgeht. So sperrte die Airline Kunden für die Buchung weiterer Flüge, wenn sie ihr Geld für Flüge zurückforderten, die sie aufgrund der Pandemie nicht antreten konnten. Ryanair soll dabei Leerflüge durchgeführt haben, um so behaupten zu können, dass die Flüge dennoch stattfanden und somit kein Rückerstattungsanspruch bestehe.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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