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On the Beach vor Gericht: „Ryanair will Online-Reisebüros ausschalten“

| von Michael Sprick

On the Beach geht gerichtlich gegen Ryanair vor und erhebt dabei schwere Vorwürfe gegen den irischen Discount-Flieger.


On the Beach vor Gericht: "Ryanair will Online Reisebüros ausschalten"
Ryanair am Flughafen Berlin Tegel. Bildnachweis Unsplash / Sangga Rima Roman Selia

On the Beach (OTB) hat Ende Oktober Ryanair angeklagt, wie wir berichtet haben. Nun ist erstmals die Schwere der Vorwürfe in den Medien bekannt geworden. Darüber berichtet die Travel Weekly.

On the Beach mit schweren Vorwürfen gegen Ryanair

Immer wieder taucht Ryanair in den Medien mit aggressiven Äußerungen auf und beschuldigt Online-Reisebüros, unlauteren Wettbewerb zu betreiben. Dazu kann gehören, dass diese Reisebüros betrügerische Absichten hätten, gefälschte Boardingpässe verwenden oder den Kunden falsche Informationen über Flüge geben und zu hohe Preise verlangen. Da die Vorwürfe immer wieder auch auf Ryanair zurückfallen, geht das Reisebüro On the Beach nun in die Offensive.

Inzwischen hat On the Beach seine Klage außerordentlich gut dokumentiert. Das Reisebüro beschuldigt die irische Fluggesellschaft einer Kampagne, die darauf abzielt, Online-Reisebüros als Konkurrenten beim Anbieten des Reiseprodukts auszuschalten. On the Beach ist dabei nicht irgendein Unternehmen, sondern das drittgrößte Reisebüro des Vereinigten Königreichs.

„Ryanair will Online-Reisebüros eliminieren“

In der Beschwerde, über die Travel Weekly berichtet, wird Ryanair vorgeworfen, „aggressiv zu versuchen, den Wettbewerb mit On the Beach und anderen Online-Agenturen im Vereinigten Königreich und in Europa auszuschalten“. „Zu diesen Strategien“, so der Bericht weiter, „gehört die massenhafte Einreichung von Klagen gegen Agenturen und andere Dienstleister“. Es soll sich dabei vor allem um falsche Anschuldigungen halten.

Das Reisebüro fordert nun eine Entschädigung und eine Anordnung an Ryanair, dieses Verhalten zu unterlassen, da es rechtswidrig sei. Sie würden darauf abzielen, „den Markt für Buchungsdienste in Bezug auf die eigenen Flüge zu monopolisieren und den Wettbewerb zu verringern“.

Falsche Anschuldigungen von Ryanair aus

Vor allem aber wirft On the Beach Ryanair vor, wiederholt falsche Anschuldigungen zu erheben. Zum Beispiel die Behauptung, dass Agenturen „falsche Informationen“ an Kunden oder von Kunden an die Fluggesellschaft weitergeben, „falsche Kreditkarten“, Behinderung von Erstattungen und so weiter.

Wenn es den Agenturen gelingt, eine Buchung bei Ryanair vorzunehmen, versucht die Fluggesellschaft, das Konto oder die Zahlung zu sperren. Hinzu kämen Versuche, „die Qualität der Reisen der Kunden zu verschlechtern“. Dies solle sie davon abhalten, „erneut über einen Online-Vermittler zu buchen“.

Ryanair soll OTB-Kunden schlechteren Service bieten

On the Beach führt insbesondere an, dass Ryanair seit Dezember letzten Jahres Fluggästen, die bei einer Online-Agentur gekauft haben, nicht mehr erlaubt, online einzuchecken. Das Unternehmen soll seit Juli letzten Jahres ein kompliziertes Online-Verifizierungsverfahren für seine Kunden eingeführt haben. „Ryanair versucht, diese Kunden an sich zu binden, indem es ihnen die Erfahrung verschlechtert, über eine Agentur gekauft zu haben“.

On the Beach erklärt ausführlich, warum es klagt und fordert eine Entschädigung. Diesmal könnte die Klage erfolgreich sein, denn die Argumentation und die Liste der Vorwürfe ist lang und stichhaltig.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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