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Oxygen Hostel: das erste Kapselhotel in Madrid

| von Michael Sprick

Madrid bekommt sein erstes Hostel mit Zimmerkapseln, die mit Klimaanlage, WiFi und separaten Bädern ausgestattet sind.


Oxygen Hostel: das erste Kapselhotel in Madrid
Kapselhotel in Kyoto. Bildnachweis: Denys Nevozhai

Mit der Eröffnung dieses Hostels, das mit 22 Kapseln ausgestattet ist, in denen man wie in einem Raumschiff schlafen kann, hält die skurrile japanische Hostelform Einzug in der Hauptstadt Spaniens. Darüber berichtet die spanische Ausgabe des Businessinsiders.

Madrid’s erstes Kapselhotel

Von Atocha ins Weltall. Das ist der Weg, den die Herberge Oxygen, die heute in der Hauptstadt ihre Türen öffnet, vorschlägt. Es ist die erste Madrider Version der bekannten Kapselhotels, die Ende der 1970er Jahre in Japan entstanden sind. Es verfügt über 22 Roboterkapseln, die WLAN und Privatsphäre bieten – zwei Güter, die die meisten Reisenden schätzen dürften.

Die Unternehmerin Yoti Carrasco ist die Architektin dieser preisgünstigen Unterkunft in der Calle Rafael de Riego, 19. „Wir wollten ein anderes Herbergskonzept schaffen“, sagt sie. „Wir wollten, dass die Gäste mehr Komfort und Ruhe genießen als in den üblichen Herbergen, in denen man sich Zimmer mit Etagenbetten teilt“.

Kapselhotels haben etwas Futuristisches

Natürlich anders. Und futuristisch. Der Korridor, der die Sauerstoffkapseln voneinander trennt, erinnert an die Enterprise, das mythische Schiff aus Star Trek, nur mit schrilleren Farben. Im Inneren der Kabinen ist das Erlebnis ebenfalls futuristisch. Die aus Polyurethan gefertigten Schalen, die während der Pandemie aus China mitgebracht wurden, ermöglichen, das Ambiente mit Lichtern in verschiedenen Farben und Intensitäten zu gestalten. Es gibt verschiedene Tasten zur Temperaturregelung und natürlich USB-Anschlüsse zum Aufladen des Mobiltelefons.

Und einen Panikknopf? Den gibt es nicht. Laut der Inhaberin ist dieser auch nicht notwendig. Im Liegen und bei geschlossenem Fenster soll das Gefühl weniger störend sein, als es scheint. Sie sind zwar nicht für jeden geeignet, aber die Kapseln mit 90 cm langen Matratzen sind breit genug, um Platzangst zu vermeiden. Gründerin, Yoti Carrasco, war sich darüber im Klaren, dass sie ein Hostel wollte, in dem sich ihre Kunden nach einem Tag voller Sightseeing, Museen oder Besichtigungen ausruhen konnten.

Alles, was der moderne Reisende begehrt

Dann kam sie auf die Idee mit der Kapsel oder, wie sie es ausdrückt, „einem Twist“: „Das ist alles, was wir im Moment suchen: die Möglichkeit, sich mit anderen Reisenden auszutauschen und zu chatten, aber auch die Unabhängigkeit, sich in die Kapsel zurückzuziehen und mit eigenem WLAN zu entspannen“.

Fünf Minuten vom Bahnhof Atocha entfernt, verfügt die Herberge über einen Gemeinschaftsraum mit Küche, in dem die Gäste frühstücken können. Es gibt Schließfächer, in denen die Reisenden ihre Sachen an einem sicheren Ort aufbewahren können. Die Bäder sind gemeinschaftlich, aber mit individuellen Duschen. Ab heute erwartet die Herberge Gäste zwischen 20 und 40 Jahren, die eine andere und preiswerte Unterkunft suchen. Der Preis für die Kapseln variiert zwischen 28 Euro pro Nacht und 60 Euro, je nach Größe und Wochenende. Sie erwarten auch Reisende, die auf der Durchreise durch die Hauptstadt sind.

Konzept setzt sich auch in anderen Städten durch

Obwohl die Kapseln in Madrid ihr Debüt feiern, hat sich das Konzept in den letzten zehn Jahren in Flughäfen und Bahnhöfen auf der ganzen Welt durchgesetzt. Städte wie London, Amsterdam und New York haben die bahnbrechende Formel der Zimmer in XXS-Größe längst übernommen. In Spanien waren die Optimi Rooms in Bilbao der Vorreiter.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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