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Pilot schlief ein und flog 110 km am Flugziel vorbei

| von Michael Sprick

In Australien ist ein Pilot während eines Fluges eingeschlafen. Er wachte erst auf, nachdem er 110 km am Flugziel vorbeigeflogen war.


Pilot schlief ein und flog 110 km am Flugziel vorbei

In Australien ist ein Pilot für 40 Minuten eingeschlafen während sein Flugzeug am Zielflughafen vorbeiflog, wie The Guardian berichtet. Die Cessna 208B startete in Cairns und sollte am Flughafen Redcliffe bei Brisbane landen. Es handelte sich um einen Überführungsflug ohne Passagiere und Co-Piloten.

Ein zweites Flugzeug sollte die Cessna abfangen

Die australische Luftverkehrssicherheitsbehörde (Air Transport Safety Bureau – ATSB) verlor den Kontakt zu dem Piloten etwa 50 km vor Brisbane. Die Behörde entsandte eine Beechcraft B200 King Air des Royal Flying Doctor Services, um die Cessna abzufangen und den Piloten aufzuwecken. Die Flying Doctors sind eine gemeinnützige Organisation, die Menschen, die in den entlegenen Gebieten von Australien wohnen, medizinische Leistungen bieten.

Der Pilot der King Air versuchte zunächst vergeblich, sich dem nicht ansprechbaren Piloten zu nähern und ihn zu kontaktieren. Dann probierte er, sehr nah an die Cessna heranzukommen. Er wollte damit ihr Kollisionswarnsystem auslösen – aber der Pilot reagierte nicht. Schließlich wachte der Pilot von sich aus auf und war in der Lage, die Kommunikation mit der Flugsicherung wiederherzustellen.

Pilot litt unter chronischer Müdigkeit und leichtem Sauerstoffmangel

Laut dem Bericht der ATSB war der Pilot aufgrund von Müdigkeit eingeschlafen, wobei sich die Situation wahrscheinlich durch einen leichten Sauerstoffmangel verschlimmerte. In dem Bericht heißt es, dass der Pilot „unter chronischer Müdigkeit litt, die auf den von ihm angegebenen unzureichenden Schlaf zurückzuführen ist“, und dass der Schlaf über einen „längeren Zeitraum“ vor dem Vorfall inkonsistent war.

Die amtierende Direktorin für Transportsicherheit des ATSB, Kerri Hughes, kommentierte den Vorfall folgendermaßen:

„Dieser Vorfall unterstreicht, wie wichtig es ist, dass Piloten ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden überwachen, um sicherzustellen, dass sie gut ausgeruht und ausreichend zu sich genommen haben. Besonders wenn sie Flüge mit nur einem Piloten durchführen.“

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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