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Portugal schafft die Maskenpflicht im Freien ab

| von Michael Sprick

Nach 318 Tagen in Kraft hebt Portugal die Maskenpflicht auf den Straßen auf. Die Aufhebung der Pflicht war schon seit Ende Juli geplant.


Portugal schafft Maskenpflicht im Freien ab
Praça do Comércio in Lissabon. Bildnachweis: Unsplash / Claudio Schwarz

Nach 318 Tagen in Kraft ist die Maskenpflicht auf den Straßen Portugals seit Montag (13. September) nicht mehr gültig. Die Aufhebung war unter Ärzteverbänden in Portugal umstritten. Doch sinkende Infektionszahlen und eine hohe Impfquote sind wichtige Faktoren für die Entscheidung des portugiesischen Parlaments gewesen.

Lockerung erfolgt nach Impfung von mehr als 80% der Bevölkerung

Die portugiesischen Abgeordneten haben sich dafür entschieden, die Maskenpflicht nicht weiter zu verlängern. Schon seit Ende Juli war die Abschaffung der Maskenpflicht geplant, wie The Portugal News berichtete. Allerdings war dies an die Bedingung geknüpft, dass das Land eine Impfquote von 70 % erreicht.

Diese Quote ist inzwischen sogar weit übettroffen wurden. Mehr als 81 % der Bevölkerung sind vollständig geimpft, und das Land hat die durch die Covid-19-Pandemie auferlegten Beschränkungen schrittweise aufgehoben. Trotz des Endes der Verpflichtung empfiehlt die Generaldirektion für Gesundheit (DGS – Direção-Geral da Saúde), an belebten Orten weiterhin Masken zu tragen. In vielen Bereichen gilt Maskenpflicht aber natürlich weiterhin.

In diesen Bereichen gilt die Maskenpflicht in Portugal weiterhin

So ist die Situation im Grunde wie in Deutschland. In geschlossenen Räumen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufszentren, öffentlichen Gebäuden, beim Betreten von Cafés und Restaurants und in anderen besonderen Situationen, wie z. B. in Schulen, ist nach wie vor ein Gesichtsschutz erforderlich.

Die DGS empfiehlt darüber hinaus auch das Tragen im Masken im Freien für die „am meisten gefährdeten Personen“, d. h. für chronisch Kranke oder immungeschwächte Personen mit einem höheren Risiko für schwere Covid-19.

Nach den portugiesischen Vorschriften waren Masken auf der Straße nur dann vorgeschrieben, wenn es nicht möglich war, soziale Distanz zu wahren. Dennoch entschieden sich viele Portugiesen, vor allem in den Großstädten, für eine Gesichtsbedeckung, wenn sie das Haus verließen.

Abschaffung der Maskenpflicht war in Portugal umstritten

Die Entscheidung zur Abschaffung der obligatorischen Straßenmasken war unter den Experten nicht einstimmig, und einige medizinische Gruppen sprachen sich gegen die Aufhebung aus. Ein Argument war dabei, dass nun die kalte Jahreszeit wieder bevorsteht und damit auch wieder die Ansteckungssaison beginnt.

„Die Generaldirektion für Gesundheit empfiehlt weiterhin, dass insbesondere in dieser Winterphase, in die wir eintreten, die Maske eine persönliche Schutzausrüstung bleibt, die von allen oder fast allen benutzt wird, damit wir uns nicht nur vor Covid-19, sondern auch vor der Grippe schützen können“, sagte der amtierende Präsident der DGS, Gustavo Tato Jorge, in einer Erklärung gegenüber dem portugiesischen Nachrichtensender TSF Radio.

Dritte Lockerungsphase bereits geplant

Die Lockerungen gehen auch mit einem Absinken der Infektionszahlen einher. Die 7-Tage-Inzidenz sinkt seit Anfang September wieder stark, nachdem sie im August lange auf dem Niveau von 150 – 160 stagnierte. Schon Ende August hatte das Robert-Koch-Insititut daher den Hochrisikostatus für das Land aufgehoben. Die einzige Ausnahme ist hierbei die Algarve. Derzeit steht die 7-Tage-Inzidenz bei 81,9. Lokal kann die Infektionslage aber noch deutlich schlimmer ausfallen, wie das Beispiel der Algarve zeigt.

Portugals Aufhebung der Maskenpflicht fällt noch in die zweite Phase der Lockerungen. Diese brachte bereits Mitte August einige Lockerungen mit sich, wie die Erhöhung der Kapazitäten in Gastbetrieben in der Hotellerie und in der Gastronomie. Die dritte und letzte Phase der Lockerung ist geplant, wenn die 85 %-Marke bei den Erstimpfungen erreicht ist.

Sie soll die letzten noch geschlossenen Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens wieder ermöglichen. So sollen dann zum Beispiel Messen, Kongresse und Diskotheken wieder stattfinden bzw. öffnen können. Aller Voraussicht nach wird dabei die 3G-Regel gelten. Es könnte aber auch sein, das sich eine strengere 2G-Regelung durchsetzt.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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